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Baronie Bollharschen
Bollharschen streitet Verantwortung für den Mißbrauch der Flußgarde ab
Elenvina. – Helmbrecht von Bösenau, Landvogt von Bollharschen, hat Vorwürfe bestritten, denen zufolge er einen herzöglichen Marschbefehl mißbräuchlich verwendet habe, um ein Fähnlein Flußgarde eigenmächtig im umstrittenen Grenzdorf Eisenbrück zu stationieren. Unser Korrespondent Lucco Compallyeone führte Protokoll.
"Die Gardisten wurden im Jahr 29 auf Unserer Burg vom angeblichen Leuenant Dargen von Starkenrast zusammengezogen und zogen unter seinem Kommando gen Eisenbrück", sagte Herr Helmbrecht unserem Vertreter.1) "Der Leuenant hätte gar nicht zugelassen, daß Wir Uns in seine Belange einmischen. Freilich hätten Wir dies zweifellos getan, wenn Unsere Mannen nur früher herausgefunden hätten, daß er für das Rabensteiner Lager arbeitete. So aber ließen Wir ihm freie Hand, wenngleich Uns sein Verhalten in Eisenbrück schon befremdend deuchte. Ist Euch schon einmal aufgefallen, daß fast ein halbes Jahr zwischen seinem winterlichen Aufbruch von Unserer Burg und seiner Ankunft in Eisenbrück lag? So aber hatten die Verbündeten Rabensteins alle Zeit der Welt, die Ostseite des Dorfes einzunehmen und zu befestigen. Ein Dorf, das der Herzog selbst Uns zugesprochen hatte – und ich möchte nochmals betonen, schon 28 Hal erging der Richtspruch Seiner Hoheit dahingehend, daß das GANZE Dorf zu Bollharschen gerechnet wird – , ein ganzes Dorf wurde unter den Augen der Herzöglichen geteilt. Fürwahr ein meisterhafter Plan des Rabensteiners: daß er die Truppen dortselbst für über anderthalb Jahre band, nutzlos geworden unter der Knute eines doppelzüngigen Befehligers. Nur daß er nicht mit Uns gerechnet hat. Ihr fragt, worin denn der Nutzen eines solchen Vorhabens liege? Nun, ich bin nicht der Rabensteiner, doch seine Art zu denken ist mir – fürchte ich – inzwischen zur Genüge bekannt. Ich vermute zweierlei. Zum einen wollte er seinen Mauscheleien auf diese Weise den Anschein von Legitimität geben, indem er sie unter den scheinbar wohlwollenden Augen eines angeblichen herzöglichen Leuenants stattfinden ließ. Zum anderen aber, und das ist wichtiger, vermied er durch die Anwesenheit eines falschen Leuenants die Ankunft eines echten – denn dieser hätte ja sogleich seinem üblen Tun ein Ende bereitet. So aber war sein Kalkül, dem Allwasservogt vorzugaukeln, daß alles in bester Ordnung sei in Eisenbrück. Womöglich hat er sogar die falsche Schlange Dargen damit beauftragt, Meldungen von Ruhe und Ordnung nach Elenvina durchzugeben. Gut gedacht, Rabe – aber nicht gut genug!" L.C.
1) Dargen von Starkenrast ist seit Bekanntwerden der Vorwürfe gegen ihn spurlos verschwunden und gilt bis heute als vermißt.
Karte Baronie Bollharschen
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