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Die Vogtei Brüllenbösen

Wildes Grenzland und Zwergische Herrschaft

(Nor-II-03P)

Im Westen des Herzogtum Nordmarken, zwischen Rodasch und den Ingrakuppen, liegt die Vogtei Brüllenbösen, ein Fleckchen Land, wo die alten Sagen noch lebendig scheinen. Wo Bauern am Feuer ihren Kindern von vergangenen Tagen berichten. Es liegt wohl daran, dass der zwergische Einfluss in der Vogtei sehr groß ist und deshalb so viel Sagen noch von den Eltern zu ihren Kindern überliefert werden.

Brüllenbösen grenzt im Osten an das Bergkönigreich Xorlosch und die Baronie Rodaschquell, während man im Norden Albernia erreicht und im Süden auf die Baronie Angroschsgau trifft. Wendet man seine Reise dem Westen zu, betritt man die Baronie Tandosch.

In Brüllenbösen ist sowohl Gebirge, Wald wie auch Ackerland zu finden. Die Haupteinnahmequelle der Baronie ist der Erzabbau in den zwergischen Minen und der Schiffshandel. Auch Ackerbau und Holz spielen eine wichtige Rolle, und auf den Äckern blühen prächtige Getreidefelder, Gemüse und Obst.

 

Mit seinen 3250 Einwohnern gehört Brüllenbösen schon zu den etwas größeren Ländereien des Herzogtums. Besonders der große Anteil von zwergischer Bevölkerung (30%) trägt einen Teil zu der bestehenden Kultur bei. Es ist nicht verwunderlich, dass der jüngst ernannte Vogt ein Zwerg ist. Seine Hochgeboren Barox, Sohn des Burgamon, ist ein Verwandter des Bergkönigs Fargol, Sohn des Fanderam von Eisenwald, was natürlich einen großen Einfluss auf den Handel mit den Zwergenreichen hat. Auch hat seine Hoheit Jast Gorsam vom Großen Fluss weise gehandelt, die Bande des Herzogtums zu den Bergkönigreichen zu festigen, indem er diese Belehnung aussprach.

Vogt Barox ist ein eher ruhiger Zwerg der sich gerne einmal die Zeit für einen gemütlichen Plausch nimmt. Doch sollte seine ruhige Art nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass er immer noch die bekannten Eigenarten eines echten Erzzwerges besitzt: Oft wandert der Vogt durch seine Ländereien und verschafft sich höchstselbst einen Überblick. Sollte dem Durchreisenden ein Wandersmann mit einer rauchenden Pfeife, in Begleitung zweier weiterer schwer bewaffneter Zwerge begegnen, dann könnte es sein, dass dies der Vogt selbst ist.

 

Die Eigenart, das die Zwillinge Xarox und Holdar, Söhne des Luren immer in des Vogtes Nähe sind, ist leicht erklärt. Nach dem Tod ihres Vaters nahm Barox die beiden bei sich auf und zog sie groß. Sie erwiesen sich bald als hervorragende Kämpfer und schlugen so die Wege des Kriegers ein, anstatt sich dem traditionsbewußten Erzabbau zu widmen. Schnell entwickelte sich die Zuneigung zu ihrem Ersatzvater in Liebe, welche auch Barox spürte und die beiden als seine Söhne anerkannte. So kam es auch, dass die beiden ihm nach Brüllenbösen folgten. Da beide nicht von Barox Seite weichen, hat der Vogt auch auf eine weitere Leibwache verzichtet. Für die Sicherheit der Baronie sorgen fünf zwergische Armbrustschützen, sowie sechs Reiter. Brüllenbösen gehört auch zu den Ländereien, die eine starke Landwehr ihr eigen nennen dürfen.

 

Die Festung Steintrutz ist ein weiteres Überbleibsel aus vergangenen Tagen. Sie wurde durch zwergische Handwerker wieder instand gesetzt und dient nun dem Vogt als Wohnsitz. Am Fuße des Hügels, auf dem die Festung steht, erhebt sich das beschaulie Städtchen Steinfriedsweiler. Es ist mit seinen 900 Einwohnern die größte Siedlung in der Vogtei. Durch seine Lage in unmittelbarer Nähe zur Radosch dort reger Handel. Hier steht auch der einzige Ingerimmtempel der Vogtei, welcher von seiner Hochwürden Durgol, Sohn des Comar, geleitet wird. Auch ein kleines Haus der Tsa und ihrer Schwester Peraine sind in der Stadt zu finden. Der Albenhuser Bund errichtete vor kurzem ein Handelskontor in Steinfriedsweiler. Durch die Überlassung des Gebäudes an die Handelsfamilien hat der Vogt nun auch einen Kontakt zum besagten Zusammenschluß der Händler geknüpft, der den Handel weiter voranbringen soll.

 

In der Nähe der Grenze zu Xorlosch steht in den Bergen die alte Fluchtburg Erzwacht, die von Handwerkern des Vogtes wieder instandgesetzt wird.

Bei den Wanderungen durch seine Ländereien traf der Vogt auf Xorgolosch, Sohn des Fuldoram, der bei seinen Wanderungen einen Händler vor dem Überfall zwielichtiger Gestalten gerettet hatte. Der Vogt lud den Zwergen daraufhin auf seine Burg in Steinfriedsweiler ein, wo dieser mehrere Wochen verweilte.

Es mußte Angroschs Wille gewesen sein, der Xorgolosch Sohn des Fuldoram zur rechten Zeit ein zweites Mal in die Vogtei führte, denn er konnte dem Vogt das Leben retten. War doch der Vogt bei seinen seltenen Begehungen ohne die Zwillinge in einen Hinterhalt geraten und von Wegelagerern festgesetzt worden. Xorgolosch eilte drei Tage und Nächte durch die Vogtei ohne Pause und verständigte die Zwillinge. Schnell waren die Wegelagerer festgesetzt und der Vogt befreit. Zum Dank ernannte er Xorgolosch zum Edlen und übergab dem Zwerg die Feste Erzwacht und das dazugehörige Gut.

Damit stellte der Vogt nicht nur einen weiteren zwergischen Untergebenen an seine Seite, nein, er sorgte mit der Ernennung auch für die Sicherheit der Erzminen, welche sich im Gut Erzwacht befinden.

 

In Brüllenbösen befinden sich im Moment vier belehnte Edlengüter. Das besagte Gut Erzwacht welches von seiner Wohlgeboren Xorgolosch, Sohn des Fuldoram verwaltet wird (Hauptort Xolur). Das Gut Ackerfelde, verwaltet von Ritter Halmar von Schellenberg zu Ackerfelde (Hauptort Perainehuth), das Gut Grafenstift, verwaltet von seiner Wohlgeboren Galdor von Grafenstift (Hauptort Finsterwald) und die Burg Landwacht, verwaltet von Ritter Filwald von Landwacht (Hauptort Blickenfelde).

Die Edlen der Güter waren schon unter dem alten Vogt Brüllenbösens belehnt, nur seine Wohlgeboren Xorgolosch übernahm das Lehen unter dem neuen Vogt. Durch seine offene Art hat Barox schnell das Vertrauen und die Treue seiner Edlen erlangt, welches er zu schätzen weiß.

 

„Auch in dunkelsten Tagen wächst der Wald, sprießt das Korn und rauscht der Fluss. Wenn auch so manches tapfere Geschöpf den Mut verliert, so wächst ein kleiner Sproß in dunklen Tagen, bringt Zuversicht und Mut den Guten, hält am Leben was Leben muss. Brüllenbösen, oh schönes Land, dein sind wir die dich bewohnen, treu sind die Wurzeln und tapfer die Deinen.“

 

- Aus den Schriften längst vergangener Tage

Karte Brüllenbösen

 

 

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