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Baronie Galebquelll

»Alt und stolz ist das Lande Galebquell und seit vielen Generationen schon untersteht das weite Land zwischen den höchsten Höhen der Koschberge und den Ufern der jungen Galebra dem Hause von Leihenhof. Unter dem Banner des mächtigen goldenen Widders auf dem Blau des Flusses regieren sie mit eiserner Hand herzogentreu und praiosgerecht über die Baronie.«
- Wanderungen im Herzogtum Nordmarken, aus den Reiseberichten der Nandus-Geweihten Nandaria Obra della Teglliani 1027 BF

Weit gesteckt sind die Grenzen der altehrwürdigen Baronie Galebquell: Gen Praios begrenzen die Ufer der Galebra das gratenfelser Lehen zu seinem albenhuser Nachbarn Gernebruch. Dabei streiten sich sie Häuser Leihenhof von Galebquell und Gernebruch von Gernebruch seit mancher Generation darüber, ob der Fluss selbst, so jung er noch an diesem Orte sein mag, nun zu Galebquell oder zu Gernebruch gehört. Weder die Grafen von Gratenfels oder Albenhus, noch der Herzog in Elenvina haben diesen Streit je geschlichtet – und so werden die Herrschaften dieser Lande auch weiterstreiten.
Gen Rahja ragen die Höhen und Pässe des Koschgebirges auf. Irgendwo in diesen Höhen der Berge verborgen liegt die Grenze nicht nur der Baronie, sondern auch der Landgrafschaft Gratenfels und des Herzogtums Nordmarken. Jenseits dieser Grenze erreicht man das Königreich Kosch, des Herzogtumes nächsten, wohlgelittensten und dennoch oft belächelten Nachbarn.
Innert der Grenzen Galebquells findet man verschiedene Landschaften vor. Die Ufer der Galebra und das efferdwärtige Land an den Grenzen zu Orgils Heim und Riedenburg ist zwar hügelig, aber deutlich weniger waldreich als das Innere der Baronie. Hier können die Bauern noch Felder und Weiden anlegen, hier können sie des ewigen Unterholzes noch Herr werden. Je weiter man ins Innere gelangt – sei es am Treidelpfad an der Galebra entlang oder sei es über einen der vielen Waldwege – desto dichter wird der Wald. Herrschen an den Ufern der Galebra noch Laubbäume wie Birken, Linden oder Ahorn vor, so sind es abseits des Flusses ewiggrüne Nadelbäume, die das Bild des Waldes prägen. Holzfällerweiler oder auch nur einzelne Katen sind verstreut im Wald, ebenso wie einige Waldbauernhöfe. Hier im Wald, im Halbdunkel unter Laub und Nadeln wird das Land deutlich hügeliger, fast schon gebirgig. Es ist sehr anstrengend, die zahllosen Wellen und Erhebungen zu erklimmen, um vorwärtszukommen und so ist es dem Reisenden eine wahre Augenweide, zu sehen, wie gut die örtlichen Barone den Uferweg von Schneidgrasweiler im trappenfurtschen bis nach Galebsbogen in Galebquell pflegen – auch wenn dieser Uferweg keineswegs eine befestigte Straße ist und man nicht wagen sollte, mit einer Kutsche darüber zu fahren.
Vor sich sieht man schon die Berge sich erheben zu stolzen Höhen und in der Ferne meint man, Adler und Falken kreisen zu sehen. Dort, wo diese majestätischen Raubvögel fliegen, ist oft genug schon Land des Königreiches Kosch und nicht mehr das Herzogtum Nordmarken.

Nahe der Quelle der Galebra, die schon in kargen Felsen der Koschberge entspringt, findet man Zuflucht im Hauptort Galebsbogen. 430 Seelen finden ein Zuhause in diesem Ort unter der direkten Herrschaft der Barone. Die Baronsfamilie bezog Residenz in der stolzen, uralten aber auch engen Herrscgaftlich Galebsburg, einer Höhenburg direkt über dem Ort und wachen von hier aus über Land und Leute. Von hier aus ist es nicht mehr weit bis in die Höhenzüge der Koschberge und es führt nur ein schmaler, schwer begehbarer Pass in das benachbarte Koschtal. Doch wer den sicheren Weg sucht, wählt den Greifenpass bei Gratenfels.
Ein Treidelweg führt als Fortsetzung des Quellpasses von Galebsbogen über Hainen bis nach Grasbühl an der Grenze zu Orgils Heim. Diese drei Orte sind die bedeutenderen Umschlagplätze der Baronie, doch weiter im Lande haben sich mannigfaltige Ansiedlungen gefunden – wie das zwergische Hügelbinge am Kosch oder Eckernwald tief im Wald. Düster ragt jedoch die Feste Wolfenzahn über dem lande auf. Doch nicht mehr als Ruinen stehen dort, denn vor wenigen Wochen wurde das unheimliche Gemäuer geschleift. Doch künden diese Ruinen immer noch von ihrem Fluch.
Galebquell hat eine bewegte Geschichte hinter sich und steht seit mehr als 700 Jahren unter der Herrschaft des Hauses Leihenhof. Aus dieser Vergangenheit überliefert sind zahllose archaisch anmutende Traditionen wie das Krönungszeremoniell, das Schwert Glæsfering oder die Krone der Galebra. Traditionen, die von den Baronen gehütet und gar gefördert werden. Kriege, Unheil, Mord verheerten die Baronie, Intrigen und Machtkämpfe stürzten Barone und Baroninnen und ließen Galebquell immer wieder am Boden zurück. Doch jedes Mal erhob es sich erneut aus der Asche wie ein Phönix und flog in neue Höhen. Doch der jetzige Baron Riobhan Beregis von Leihenhof tritt ein schweres Erbe an – denn sein Bruder ist ein Raubritter und sein Vater verriet den Reichsregenten und Herzog für einen unrühmlichen Kaiseranwärter. Riobhan muss sich in dieser Zeit beweisen und Galebquell führen.

Nirulf Mehlinger
 

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