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Baronie Kaldenberg
Einwohner
8.550 Einwohner, davon
8.500 Menschen
(70 Adelige, 800 Stadtbürger, 2.220 Freibauern, 5.410 Leibeigene)
50 Zwerge
Landschaft
Die Baronie Kaldenberg wird stark geprägt von den angrenzenden Flussläufen der Galebra (an der Westgrenze der Baronie) sowie dem Großen Fluß (an der Südgrenze). Die Landwirtschaft der Baronie konzentriert sich auf einen zwischen 4 und 10 Meilen breiten Streifen entlang der Flüsse. Auf weitläufigen, zu den Flüssen hin leicht abfallenden Getreidefeldern, Obsthainen und Weidewiesen werden eine Fülle landwirtschaftlicher Erzeugnisse produziert, die dank der günstigen Verkehrsanbindung durch die Flüsse zu einem recht hohen Anteil für Fremdbedarf weiterverkauft werden. Die umfangreiche landwirtschaftliche Nutzung der Flussgebiete bewirkt, daß nur wenige Gebiete ungenutzt sind; große, zusammenhängende Waldflächen sind hier so gut wie nicht vorhanden – mit Ausnahme des Jagdreviers des Barons, südlich von Kaldenberg-Stadt gelegen. So dicht sind die Gebiete besiedelt, daß auch Flusspiratenverstecke nicht zu finden sind; allerdings sind die reichen Freibauernhöfe in der Nähe des Flusses durchaus beliebte Ersatzbeute für „auswärtige“ Flusspiraten, wenn Überfälle auf die Flussschifffahrt wieder einmal wenig Erträge gebracht haben.
Anders die östliche Flanke der Baronie: dort steigen Hügelketten langsam an und gehen in Vorgebirge über, die von dichtem Laub- und Mischwald überzogen sind. Die bewaldeten Schluchten, die im Schatten mächtiger Berge stehen (diese gehören allerdings schon zur benachbarten Baronie Gernebruch) sind meist unbewohnt und bieten allenfalls wilden Tieren und manchmal nicht weniger wilden Räuberbanden Unterschlupf.
Im Norden ist eine Mischform zwischen beiden genannten Gebietstypen zu finden: teils kultiviertes, teils bewaldetes Vorgebirge bildet hier die Grenze zu den Baronien Trappenfurten und Gernebruch.
All die genannten Gebiete umschließen das Innere der Baronie: hier haben einst mächtige Gletscher aus dem Koschgebirge eine Menge Schutt und Geröll vor sich her geschoben und weitläufige Hügellandschaften gebildet. Die steinige Erde auf den Anhöhen speichert nur wenig Wasser, so daß hier, trotz des feuchten, gemäßigten Klimas dieser Gegend, dürres und struppiges Heidegras wächst. Anders in den Senken: dort ist die Erde schwer und saugt das von den Hügeln herabsickernde Wasser auf, Sumpfwiesen bildend.
Der Kontrast von kargen Hügeln und sumpfigen Tälern macht das Landesinnere Kaldenbergs, von den Einheimischen „die Hundert Hügel“ oder schlicht „die Hügel“ genannt, zu einer schwer zugänglichen Wiesenlandschaft, die jegliche landwirtschaftliche Nutzung zu einem mühseligen Geschäft macht. Es wundert daher nicht, daß eine Besiedlung der fruchtbaren Flußauen einem kargen Leben in „den Hügeln“ vorgezogen wurde; lediglich in den Sommermonaten werden Schafe, Ziegen und Rinder zum Weiden ins Hinterland getrieben. Zu den wenigen dauerhaften Bewohnern dieser Gegend, so munkelt man, sollen Hexen und Druiden gehören. („Ich schick Dich in die Hügel!“ hat sich im Laufe der Jahre zu einer probaten Drohung der Kaldenberger gegenüber aufsässigen Kindern entwickelt…)
Weg und Steg
Anbetrachts der beiden angrenzenden Flussläufe spielen Wasserwege eine bedeutende Rolle für den Transport von Waren und Personen; die Flüsse sind von gut ausgebauten Treidelpfaden gesäumt, die zugleich auch bequeme Fortbewegung zu Lande ermöglichen.
Im Landesinneren hingegen verlaufen nur wenige Straßen, die diesen Namen verdienen: zu nennen sind die von West nach Ost verlaufende alte Minenstraße von Kaldenberg-Stadt nach Klammburg (an der Grenze zu Gernebruch), deren Qualität jedoch abnimmt, je weiter man sich nach Osten bewegt. Im Dorf Dolden, nicht weit von der Stadt entfernt, biegt eine Straße nach Süden ab, die die gesamte Baronie durchquert und in den Weilern Weinburg und Silaraswacht endet.
Es mag überraschen, daß – aus Kaldenberger Sicht – von den beiden Flussläufen derjenige des Großen Flusses der weniger betriebsame ist; dies liegt daran, daß die Galebra innerhalb der Baroniegrenzen fließt, während der Große Fluß außerhalb liegt – Kaldenberg endet exakt am nördlichen Flussufer des mächtigen Stroms. Dies und der Verlauf der Reichsstraße durch das südlich gelegene Kaiserlich Weidleth haben zur Folge, daß die Bewohner der nördlichen, Kaldenberger Flussufer meist nur Zuschauer der Betriebsamkeit auf Fluß und Reichsstraße sind, selten nur deren Nutznießer.
Dies wird jedoch durch die Galebra wettgemacht, deren Treidelpfade aussschließlich auf der Kaldenberger Uferseite verlaufen – ein Privileg, über das die Kaldenberger Barone eifersüchtig wachen.
Die Stadt Kaldenberg
Kaldenberg-Stadt mit ihren 850 Einwohnern ist einer der wichtigsten Marktflecken zwischen Koschgebirge und Ingrakuppen.
Das wohlhabende Städtchen liegt an einem Altarm der Galebra und ist mittels kurzer Kanäle mit dem Fluss verbunden. So können die Stromschnellen und Untiefen, die in Höhe der Stadt den Schiffsverkehr auf der Galebra unterbrechen, umgangen werden. Der Kaldenberger Flusshafen ist somit die wichtigste Anlegestelle des Gewässers und ein bedeutender Warenumschlagplatz: während der Unterlauf der Galebra südlich der Stadt auch mit denselben Flussschiffen befahren werden kann, die auch auf dem Großen Fluss verwendet werden (abgesehen von Seglern, die auf der schmaleren Galebra nicht genügend Raum zum Kreuzen haben), müssen für das Befahren des Oberlaufs ab Tsafelde flachere Kähne verwendet werden. Ein großer Teil der Waren wird auch von oder auf große Stoerrebrandter und andere Transportkarren umgeladen, die zwischen Kaldenberg und Gratenfels verkehren.
Die günstige Lage – nirgendwo sonst kann die Galebra so effektiv überwacht werden – hat dem Ort einige strategische Bedeutung verschafft; daher dient die prächtige Burg auf einem Felsen zwischen Altarm und Flusslauf dem Baroniegeschlecht derer von Kaldenberg als Herrschaftssitz.
Sonstige Siedlungen
Abgesehen von Kaldenberg existieren keine größere Ansiedlungen. An den Flussläufen sind viele kleinere Weiler zu finden, die wichtigsten unter ihnen sind die bereits genannten Ortschaften Silaraswacht (am Großen Fluss) und Weinburg (an der Galebra, der Stadt Solfurt gegenüberliegend). Im Landesinneren verdient allenfalls die ehemalige Bergbausiedlung Klammburg Beachtung, sowie das Dorf Dolden, in welchem sich die Verkehrswege des Hinterland kreuzen.
Landwirtschaft
Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse aus Kaldenberg sind äußerst vielfältig: auf den feuchten, saftigen Flusswiesen des Großen Flusses und der Galebra weiden Rinder, wobei die Bornländer Bunten dominieren; daneben werden sowohl Puniner Hornochsen als auch Darpatbullen gezüchtet, einerseits als Zugtiere für Treidelkähne, andererseits wegen ihrer hochwertigen, widerstandsfähigen Häute. Auch Ziegen, Schafe und Schweine werden gehalten, sind allerdings ungleich häufiger anzutreffen, je weiter man sich ins Landesinnere bewegt. Dabei dominiert in waldreichen Gegenden die Schweinezucht, während in der Gegend der Hundert Hügel eher Ziegen- und Schafherden gehalten werden. Geflügel aller Art gehört ohnehin zum Erscheinungsbild eines jeden nordmärkischen Bauernhofs. Die Pferdezucht hingegen ist nicht sehr stark verbreitet und findet in kleinem Umfang auf den Gutshöfen der Edlen statt; eine Ausnahme davon ist die Rosszucht des Barons südlich von Kaldenberg-Stadt, in der Trallopper Riesen mit Teshkaler Einschlag als schwere Arbeitstiere – für Treidel- oder Karrengespanne – gezüchtet werden.
Fischfang findet aus Kaldenberger Sicht vor allem auf der Galebra statt, da der Große Fluß bereits zur südlich angrenzenden Baronie, Kaiserlich Weidleth, gehört; zwar ist die „Flußwilderei“ am Großen Fluß rein rechtlich gesehen Diebstahl am Kaiser selbst, doch ist in der Praxis in den seltensten Fällen eine Reichsministeriale zur Stelle, wenn ein Kaldenberger Bauernbub seine Angelrute in den Großen Fluß hält, und ein solcher Vorfall war bislang den wenigsten Pfalzverwaltern eine Protestnote an Kaldenberg wert… Insgesamt ist die Flussfischerei jedoch ein mühseliges Geschäft, zumal die Treidelkähne auch noch das traditionelle Wegerecht gegenüber den Fischern haben, so daß die Fischerei meist von den Bauern und nur nebenbei betrieben wird.
Die Jagd ist bekanntlich den Adeligen vorbehalten, Wildbret ist normalerweise nur auf deren Tellern zu finden; doch auch die Städter oder die nichtadeligen Gutsbewohner kommen bisweilen in den Genuß von Rehfleisch oder eine Wildschweinkeule, wenn adelige Jagdgesellschaften von ihren Ausflügen in die wildreichen Wäldern mit überreicher Beute heimkehren und den Überschuss an ihre Untertanen verkaufen.
Unmittelbar an den Flußauen sind außer Viehweiden nur Obsthaine zu finden, denen die frühjährlichen Überschwemmungen in Ufernähe nur wenig ausmachen; erst hinter den hochwassergefährdeten Flächen sind ausgedehnte Getreidefelder zu finden. An den zahlreichen kleinen Zuflüsse in den Großen Fluß und Galebra sind Wassermühlen im Besitz des Barons zu finden, wo das Getreide entgeltlich gemahlen wird.
Während an den Hängen entlang des Großen Flusses Wein angebaut wird, dominiert an der Galebra eher der Hopfenanbau. Eine Besonderheit ist der Zwergenhopfen, eine herb-würzige Hopfensorte, die für das berühmte Zwergenbier benötigt wird und nirgendwo derart gut zu wachsen scheint wie in Ost-Kaldenberg.
Zu jedem Bauernhof gehört ein großer Garten, in welchem Gemüse und Kräuter in einer Vielfalt angebaut werden, die aventurienweit wohl einzigartig ist und die Kaldenberger Küche ungemein vielseitig macht.
Bergbau
Bodenschätze werden im Gebiet der Baronie Kaldenberg derzeit keine abgebaut – zumindest von Menschenhand; wer kann schon sagen, ob und wie weit sich die unterirdischen Zwergenstollen der Koschzwerge nach Kaldenberg erstrecken?
Es gibt vielerlei Gründe für den brachliegenden Bergbau: zum einen sind die Gebirgsausläufer des Gernebruch auf dem Gebiet der Baronie mit einer dicken Erdschicht bedeckt, so daß die Arbeit der Prospektoren erschwert ist. Zudem liegen die Schürfrechte traditionell bei den Zwergen, und diese zeigen kein Interesse am mühseligen Erzabbau in Kaldenberg, solange andernorts die Bodenschätze bedeutend leichter gewonnen werden können.
In der Vergangenheit hatte es jedoch eine Ausnahme gegeben: in der Umgebung des Dorfes Klammburg, an der bewaldeten Ostgrenze der Baronie, wurde einst von Menschenhand Eisenerz abgebaut und noch vor Ort verhüttet. Doch irgendwann erschöpfte die Lagerstätte und die einzige Erzmine Kaldenbergs musste seine Gruben schließen.
Handel und Handwerk
Über Kaldenberg wird ein guter Teil des Handels zwischen Albenhus und Gratenfels abgewickelt. Die Barone haben es seit jeher geschafft, den Warentransport an ihre Hauptstadt zu binden und diese als Knotenpunkt bei der Warenverladung von Gratenfelser Karrenzügen auf Albenhuser Flusskähne zu etablieren; hierbei steht der Flusstransport über die Galebra in Konkurrenz zum Überlandtransport auf dem Halwartstieg in der gegenüberliegenden Baronie Meilingen. Kaldenberg scheint diesen Konflikt zu dominieren, doch hinter den Kulissen wird zwischen den beiden Baronien mit Mauscheleien, Intrigen und sogar Sabotage um mehr Anteile am gewinnträchtigen Transportgeschäft gerungen.
Die Bedeutung von Kaldenberg-Stadt als Verkehrsknotenpunkt hat dazu geführt, daß sich einige Händler an dem Marktflecken angesiedelt haben, die prächtig am Zwischenhandel und der Warenlagerung verdienen.
Das in Kaldenberg angesiedelte Handwerk ist eng mit dem Handel verquickt: in Kaldenberg-Stadt sind Stellmacher, Fassbinder, Hufschmiede und sogar eine kleine Flussschiffwerft zu finden - allesamt Handwerksbetriebe, die als Dienstleister für den Handel fungieren. Die Gerber, Sattler, Fleischer und zwei Brauereien hingegen bereiten die landwirtschaftlichen Erzeugnisse auf, die für den Weiterverkauf bestimmt sind.
Insgesamt haben Handel und Handwerk Kaldenberg zu einer reichen Stadt gemacht.
Verwaltung und Politik
Dieser Reichtum fließt zu einem nicht unbeträchtlichen Teil in die Kassen des Barons, Boromil von Kaldenberg zu Kaldenberg. Der Baron ist ein erfahrener, umsichtiger und kompetenter Politiker, der weit mehr Aufmerksamkeit in die Baronieverwaltung fließen lässt, als seinen Schreibern, Ministerialen und Verwaltern lieb ist: als ehemaliger Stabsoffizier in der Garether Heeresverwaltung hat Boromil etliche Erfahrung in Verwaltungs- und Handelsangelegenheiten gesammelt, bevor er seinem verstorbenen Vater als Baron von Kaldenberg nachfolgte.
Die Lage von Kaldenberg-Stadt im Nordwesten der Baronie bewirkt, daß der Süden und Südosten Kaldenbergs aufgrund der großen räumlichen Distanz zum Verwaltungssitz des Barons weitgehend dessen Kontrolle entzogen ist. Aus diesem Grund steht das Edlengut Kornwiesen am Ufer des Großen Flusses traditionell unter der Verwaltung des Erben der Baronie; zurzeit ist dies Alessandra von Kaldenberg, Boromils Tochter.
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