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Religion und Glaube

Auch hier ist eine Trennung zwischen Adel, Stadtbürgertum und Bauern notwendig. Das Herzogenhaus und der Adel sind überwiegend praiosgläubig, wie es sich im Neuen Reich geziemt, mehr noch: Praios steht in der Gunst des Adels meist weit über Rondra und unerreichbar über den anderen Zwölfen, und ist in seiner Vormacht durch die Erhebung Hilberians zum Boten des Lichts noch bestätigt worden, auch dadurch, dass ein Greifax Wahrer der Ordnung des gesamten Mittelreichs ist. Zentrum des Praioskultes in den Nordmarken ist die Wehrhalle zu Elenvina, wichtig jedoch auch der Gratenfelser Tempel, Haustempel des WdO Pagol Greifax. Dass viele Nordmärker schon während der Kirchenspaltung hinter Hilberian standen, muss nicht erwähnt werden - und dass es bei dieser Entscheidung um Machtpolitik und nicht um Glaubensinhalte ging, auch nicht. Die Geweihtenschaft des Praios ist in den Nordmarken sehr einflussreich, aber seit Hilberian in Gareth residiert, nicht mehr einheitlich, sondern in mehrere Fraktionen gespalten, die um die Gunst von Herzog und Hochadel sowie den Zehnt zanken. Die Glaubensinhalte stehen hier deutlich im Hintergrund: Konservative Jarielanhänger gibt es nur noch wenige in den Nordmarken, dafür haben Hilberian und sein Bruder schon während der Kirchenspaltung sehr gründlich gesorgt. Wesentlich erscheint der Zwist zwischen Dogmatikern und Praioten der gemäßigten Linie. Aventurienweit ist die Wehrhalle der an der Geweihtenzahl gemessen größte Tempel nach der unvergleichbaren Stadt des Lichts, und sein Wohlstand mag wohl an dritter Stelle nach Gareth und Al'Anfa stehen. Einen mächtigen Tempel als loyalen Rückzugsbereich zu haben ist für Hilberians Kirchenpolitik wichtig. Der Rondrakult ist in den Nordmarken insbesondere wegen des zumindest in Gratenfels starken Hlûthar-Kultes von herausgehobener Bedeutung: In der Stadt steht der Hlûthartempel als wichtigste Kultstätte der Rondra des Herzogtums. Die Schwächung der Rondrakirche infolge der schrecklichen Verluste wider die Dämonenhorden gingen jedoch auch an den Nordmarken nicht vorbei. Dass der Meister des Bundes der Senne West in Havena residiert, stärkt nicht unbedingt die Rondrakirche, verschont sie aber auch von den politischen Überlegungen, mit der die Praioskirche in den Nordmarken untrennbar verknüpft ist. Somit mag ein Adliger praiosgläubig einfach aus Gründen der Räson sein, ein Adliger, der sich als rondragläubig bezeichnet, ist dies wohl tatsächlich. Als weiteres, wichtiges Zentrum des Rondraglaubens in den Nordmarken muss die Burg des Ordens vom Donner in Elenvina erwähnt werden.

Das Bürgertum der Nordmarken ist entweder wie der Adel vor allem Praios zugetan, oder aber es verehrt Efferd, Ingerimm, Phex oder Hesinde. Praios hingegen gilt aber – wen wundert dies? – vornehmlich als Gottheit des Adels. In Albenhus residiert die Flussmeisterin des aventurischen Binnenlandes, eine der höchsten Würdenträgerinnen der Efferdkirche, die Schiffahrt auf dem Grossen Fluss hat viele Bürger reich gemacht. So konzentriert sich die Verehrung Efferds auf den Lauf des Grossen Flusses, in gewissem Masse auch auf die Galebra und den Tommel, wo natürlich die Flussschiffer und Fischersleute eifrig die Tempel besuchen. Ingerimm ist in einem Land, das viele Angroschim beheimatet, selbstverständlich wichtig, und ausserdem leben viele Nordmärker von ingerimmsgefälligem Handwerk und Bergbau. Die Ingerimmsverehrung konzentriert sich dabei auf die zwergisch beeinflussten Teile der Nordmarken, also insbesondere den Eisenwald, Isenhag und die rahjawärtigen Teile Gratenfelses.

Phex ist selbstverständlich nur als Gott der Händler zugelassen, der Diebes- und Bettlerkult wird von der Obrigkeit erfolgreich unterdrückt, zumindest, wenn man den öffentlichen Verlautbarungen Glauben schenkt. Vor allem Krämer und Kleinhändler verehren den göttlichen Fuchs. Elenvina ist als Hauptumschlagsplatz von Waren zwischen Ferdok und Havena natürlich Zentrum des Phexkultes, und die grossartige Handelshalle in gewisser Weise auch ein Monument Phexens.

Der Hesindekult konzentriert sich auf das gebildete Bürgertum der größeren Städte sowie die wenigen Magier und ist eigentlich nur in Elenvina wirklich wichtig, doch dort neben Praios und Efferd der einflussreichste. Die einfachen Leute verehren wie überall im Reiche Peraine und Travia, was vom Adel gefördert wird, da somit Fleiß und Sittsamkeit der Bauernschaft garantiert sind. Der Rahjakult ist in den traviagefälligen, sittsamen Nordmarken fast verpönt und wird mit Unterhaltung der profansten Art in Verbindung gebracht. Damit ist er für kaum eine Gesellschaftsschicht akzeptabel, sieht man einmal von der Verknüpfung mit Bildhauerei und Musik ab. Als wichtige regionale Besonderheit wäre noch der im Eisenwald recht starke Boronkult zu nennen, was man mit der Nähe Almadas und Punins erklären kann. Allgemein neigt der Nordmärker eher dazu, einen Heiligen als den entsprechenden Gott selbst zu anzurufen.

Als Besonderheit ist in Eisenwald, an Ingrakuppen und Koschbergen das Vorhandensein vieler Gebirgskapellen auch an abgeschiedenen Plätzen zu erwähnen. Unabhängig von der Gottheit, welcher diese gewidmet sind, lehren die Prediger dort: „Die Berge zeigen einem, wie  klein man im Angesicht des Herrn/ der Herrin ist.“

 

Im KKO nachzulesen:

 

S. 23 Praioskirche: „Lichtei Elenvina“ als Teil der Ordnung Gareth

 

S. 24 über die Traditionalisten in der Kirche: „angefangen vom eher gemäßigten Pagol Greifax von Gratenfels über den einfach nur konservativen und unbeweglichen Gerowin Cassius von Hardenfels-Albenhus“ (letzterer ist der Wahrer der Ordnung Aranien und Maraskan und laut Borbarad-Box der Bruder der Gräfin Calderine von Albenhus - LC)

 

S. 33 enthält eine Anrufung Hlûthars als Bestandteil des rondrianischen Grabsegens für gefallene Feinde

 

S. 35: „In den letzten Jahren hat aber auch die Verehrung einiger Heiliger enorm an Bedeutung gewonnen, so z.B. die Verehrung des Hl. Hlûthar als Schutzherr gegen dämonische Mächte, (…)“

 

S. 38 über die Meisterin der Brandung [laut GÖTTER DES SCHWARZEN AUGES Meisterin des Flusses] zu Albenhus: „Voll Kraft und Glaube dagegen ist Quelina von Salmfang, die Gemahlin des Vogtes der Mark Elenvina, die eine tiefe Liebe zum Großen Fluß hegt und ihn und die Tempel häufig auf seiner ganzen irgendwie befahrbaren Länge bereist.“

Über den Meister der Brandung zu Harben: „Connar von Quintian-Quandt, Offizier a.D., residiert in Harben und kümmert sich wenig um die engagierten weltlichen Belange seiner Mutter. Er gilt als höchster Vertreter der mittelreichischen Marine im Efferdkult, läßt jedoch sein Seeoffizierspatent zugunsten der Schildpatt-Tiara ruhen.“

 

S. 88 über die Organisation der Rahjakirche: „Hüterin der Lebensschule zu Punin“ mit Zuständigkeitsbereich Almada und Nordmarken

 

S. 98 über die Ucuriaten: „(…) finden sich die Niederlassungen des Ordens in jeder Stadt Aventuriens, die entweder einen Praiostempel oder mindestens sechs Tempel der anderen alveranischen Gottheiten beherbergt – auch, wenn die Niederlassung häufig nur aus einem einzigen Ucuriaten besteht.“

 

S. 109 über den zwergischen Angroschkult: „Als Ranghöchster dieser ‚Kirchenfürsten’ gilt traditionell der Bewahrer der Kraft von Xorlosch, der in besonderem Maße die Unbeugsamkeit und Strenge der Erzzwerge verkörpert. Seine unbedingte Oberhoheit über die anderen Orden wird allerdings von den übrigen [Zwergen-]Völkern geleugnet.“

 

S. 115 über die Gegner des Namenlosen: „Der Zwerg Turim Sohn des Xolgorim, Sohn des Bewahrers der Kraft zu Xorlosch, verfolgt seit Jahrzehnten die ‚Diener des Drachen’.“

 

[Kirche & Glaube] [Tempel] [Orden]