Grau_Web_NM_Farbig071104_250mm02

ZurĂĽck

Kriegswesen

Das Rückgrat der nordmärkischen Armee ist der klassischer Ritter, der seine Fähigkeiten während seiner Knappenzeit bei einer befreundeten Adelsfamilie erwarb - nur in den seltensten Fällen an einer Kriegerakademie (und damit ausserhalb des Herzogtums). Stehende Reitereinheiten setzen sich allerdings auch bisweilen aus leichter gerüsteten Kürassieren zusammen - die indes kaum mit der Leichten Reiterei im Horasreich zu vergleichen sind (man stelle sich hier Ritter mit leichten Lanzen und ohne Plattenrüstung vor). Bedingt durch die Nähe zu den Zwergenkönigreichen und die vergleichsweise geringere Bedeutung des Rondrianertums erfreut sich die Armbrust in der Armee grosser Beliebtheit - die „Isenhager Jäger„ im Gräflich Isenhager Garderegiment und die Herzöglich Nordmärkischen Armbruster in der Flussgarde sind nur zwei Beispiele dafür. Größere Einheiten von Pikenieren, Schwertkämpfern und Axtschwingern gibt es vergleichsweise selten, allerdings verfügen die Nordmarken – ebenfalls wegen der Zwerge und der langen Burgenbautradition – über fähige Sappeure. Das Anwerben von Söldnern hat in den Nordmarken jedoch keine lange Tradition. In einem Land, in dem man einerseits auf seine relative Unabhängigkeit stolz ist und andererseits seinen Willen wenn es sein muss mit dem eigenen Schwerte durchsetzt, sind fremde (und teure) Söldlinge nicht oft gesehen. Bei der Entwicklung von Belagerungsgerät haben nordmärkische Mechaniker in den vergangenen Jahrzehnten überdies eine wichtige Rolle gespielt – denn Zeit und Geld für Erprobungen hatte man stets genügend. Wichtigste stehende Einheit ist die Flussgarde, die jeweils zu einem Drittel aus Rittern, Armbrustern und Seekriegern besteht. Für letztere verfügt die Flussgarde über drei Flussbiremen.

Seit der Heeresreform von 5 Reto (12 vor Hal) gelten auch in den Nordmarken die allgemeinen Einheitsgrößen des Mittelreiches, von der Kompanie bis zum Regiment, ebenso wie die Dienstränge, vom Gemeinen bis zum Marschall. Aus praktischen Gründen aber haben sich im Herzogtum Nordmarken eine Truppeneinteilung und der dazugehörige Offiziersrang im allgemeinen Gebrauch gehalten: Das „Fähnlein“ ist die kleinste Einheit nordmärkischer Fussheere, kommandiert wird es vom „Leuenant“, einem im Rang dem Weibel gleichgestellter Offizier. Seinen Ursprung hat das Fähnlein in der Anfangszeit der stehenden Heere. Als die Fusssoldaten begannen, die Ritter als wichtigste Truppen zu verdrängen, suchten nordmärkische Heerführer nach einer passenden Einheit von der „Lanze“ (ein Ritter und Gefolge) vergleichbarer Größe. Schnell setzte sich die in vielen Schlachten bewährte Praxis durch, dass sich immer göttergefällige zwölf Mann um ein Banner sammelten und darob die kleinste Einheit der Fusssoldaten „Fähnlein“ genannt wurde. „Leuenant“ klingt nicht umsonst wie der andernorts gebräuchliche Rang „Leutnant“, denn tatsächlich ist es so, dass es sich beim nordmärkischen Leuenant um die ursprüngliche Form des Namens für den rangniedersten Offizier handelt. Der Titel bezieht sich natürlich auf die göttliche Leuin Rondra und heißt im Mittelgarethi soviel wie „Rondras Bannerträger“. Er bezeichnete ursprünglich den Anführer mehrerer Lanzen, wurde nach und nach aber auch für den Kommandanten eines Fähnleins verwendet, wie es heute noch üblich ist. Ein nordmärkischer Leuenant fungiert oft als Standartenträger einer Kompanie und als Stellvertreter des Hauptmanns.

Ein modernes, nordmärkisches Fähnlein setzt sich aus zehn Soldaten mit einheitlicher Bewaffnung zusammen. Hinzu kommen ein Bannerträger und der Leuenant, sowie in vielen Fällen ein Trosswagen mit Medicus, Koch und Waffenmeister. Ein Kundschafter begleitet das Fähnlein, wenn es unabhängig von anderen Verbänden unterwegs ist, ein Trommler und ein Pfeifer sind ebenfalls gerngesehene Mitglieder. Bewaffnung und Rüstung der Soldaten variieren; übliche Waffen sind in Gratenfels Langschwerter und Bögen, in Albenhus Bögen und Hellebarden, in Isenhag Äxte und Armbrüste, in Elenvina Armbrüste und Piken. Gerüstet sind die Fähnlein je nach Vorliebe des ausrüstenden Herrn in leichte Kettenhemden oder Lederharnische, dazu breitkrempige Eisen- oder Lederhelme.

Das Rondrianische war in den Nordmarken schon immer wichtig, und hat in den letzten Jahren noch an Bedeutung gewonnen. Als einzige Provinz des Mittelreiches halten die Nordmarken, nicht gezeichnet von den verlustreichen Schlachten der vergangenen Jahre, vier vollständige Regimenter unter Waffen: Das herzögliche Leibregiment, die Flussgarde, nominell als Schwere Reiterei geführt, ist auf die zahlreichen herzöglichen Burgen und Kasernen im ganzen Herzogtum, schwerpunktmäßig am Grossen Fluss, verteilt. In Elenvina sind die 1. Schwadron, die persönliche Wache des Herzogs (nominell unter dem Befehl des Prinzen Frankwardt vom Grossen Fluss), sowie der Stab und Regimentsgefechtsstand stationiert. Die Flussgarde hat einen Ruf als Eingreiftruppe des Herzogs innerhalb und ausserhalb der Nordmarken, und ihr Einsatz wird von allen Adligen gefürchtet. Man ist bemüht, Konflikte so klein zu halten, dass nicht etwa der Herzog auf die Idee käme, seine Flussgarde zu schicken. Die Flussgarde ist das klassische Auffangbecken für zumeist landlose nordmärkische Ritter und somit weit mehr als nur das Leibregiment des Herzogs, sondern vielmehr ein Spiegelbild des Adels des gesamten Herzogtums. Es wird in regulären Wachaufgaben ergänzt durch zwei aus der Privatschatulle des Herzogs geworbene Kompanien des Ordens vom Donner – im Grunde eine reine Demonstration von Macht und Reichtum derer vom Grossen Fluss. Die Flussschiffahrt wird durch herzögliche Flussgaleeren gesichert, die in Elenvina und Albenhus stationiert sind, von bis zu einem halben Banner Flussgardisten bemannt und von Sträflingen gerudert werden. Ihr Kommando unterliegt dem Stab der herzöglichen Flussgarde.

Desweiteren gibt es drei nordmärkische Regimenter, die als Teil der Lehenspflicht dem Garether Kaiser zur Verfügung zu stellen sind. Das 1. kaiserlich-nordmärkische Garderegiment, befehligt von der Landthauptfrau Iseweine von Weiseprein ist das am modernsten ausgestattete, die Hauptwaffe sind Piken oder Hellebarden. Es ist in der Stadtmark (Grafschaft) Elenvina stationiert, Stab und Regimentsführung befinden sich in der Stadt Elenvina, und es hat als Hauptaufgabe die Verteidigung der Südgrenze gegen potentielle horasische Angreifer. Eine weitere wichtige Aufgabe ist jedoch das Paradieren in Elenvina bei hochhöfischen Empfängen, weshalb das 1. kaiserlich-nordmärkische Garderegiment über ein exzellentes Musikbanner verfügt.

Das 2. kaiserlich-nordmärkische Garderegiment („Koschwacht“) ist in der Landgrafschaft Gratenfels stationiert und hat als Hauptaufgabe das Offenhalten des Greifenpasses, sei es gegen Räuberbanden, Orken, Schneemassen oder renegate koscher Adlige – von letzteren gibt es glücklicherweise seit dem letzten nordmärkisch-koscher Krieg kaum noch welche. Das Regiment steht unter der Führung des Landgrafen Alrik von Gratenfels, der gleichwohl einen Obristen als Befehliger im Felde bestallt hat. Neben den im Kriegsfalle aus Rittern der Landgrafschaft geformten Bannern besteht das Regiment vornehmlich aus mit Schwertern oder Bogen bewaffneten Söldlingen.

Das 3. kaiserlich-nordmärkische Garderegiment hat eine gewisse Sonderrolle inne, wird es doch als Bergköniglich Eisenwalder Garderegiment geführt und ist das Leibregiment des neuen, nordmärkischen Marschalls Turam, Sohn des Fanderasch. So sind die ersten drei Banner fast ausschließlich mit Zwergen besetzt. Da der Bergkönig nur dem Kaiser untertan ist, das Regiment aber schließlich das 3. kaiserlich-nordmärkische Garderegiment, und damit nur im Rahmen der herzöglichen Lehenspflicht dem Kaiser untertan, besteht hier ein gewisser Interessenkonflikt. Das 3. Garderegiment wird auch als Gräflich Isenhager Garderegiment bezeichnet und seit neuestem wie gesagt direkt vom nordmärkischen Marschall befehligt.

[Kanzlei] [Kanzleramt] [Bekanntmachungen] [Recht & Gesetz] [Kriegswesen] [Flotte]