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Handel und Transport

Der nordmärkische Handel spielt sich überwiegend entlang der Lebensader des Herzogtums ab, dem Grossen Fluss. Auf ihm werden sonst kaum zu transportierende Erzeugnisse wie Korn und Bier für Havena sowie z.B. Eisenerz und Zwergenkohle für die Weiterverarbeitung aus den Minenstädten befördert. Wichtig ist auch die Flößerei aus den Nordmarken nach Albernia, da im Sumpfland des Deltas kein brauchbares Holz wächst – nicht selten sieht man Flöße von 400 oder mehr Schritt Länge den Fluss hinabfahren. Beiderseits entlang der Flussufer führen Treidelpfade von Stadt zu Stadt, auf denen kräftige Pferde die Lastkähne ziehen. An einigen Stellen des Grossen Flusses ist jedoch kein Treideln möglich. Hier werden die Waren entweder auf Wagen umgeladen, oder, für die Leute, die es etwas eiliger haben, von Ruderschiffen geschleppt. Darob und wegen des erschwerten Warentransports in Richtung Ferdok ist die nordmärkische Wirtschaft vornehmlich auf den Transport in Richtung Havena und Grangor ausgerichtet. Der Grosse Fluss als wichtigster Wasserweg des Mittelreiches trägt einen Grossteil des Handels aus den Zentralprovinzen Garetien und Kosch ins Horasreich, sodass sich entlang seiner Auen traditionell viele Zwischenhändler ihre Dienste vergolden lassen. Der alternative Weg über den Yaquirsteig ist zeitraubender und vor allem auch teurer als der Transport auf Wagen nach Ferdok, von dort auf Kähnen über den Grossen Fluss nach Elenvina und von dort wieder mit Karren nach Grangor – ganz abgesehen von den weitaus größeren Mengen, die sich zu Wasser befördern lassen. Die Möglichkeit, Waren direkt nach Havena zu fahren und von dort mit Seeschiffen an ihre Bestimmungsorte zu bringen, ist wegen der Flusspiraten im Delta eine eher schlechte Wahl.

Der Flusshandel soll jedoch weitere wichtige Handelswege nicht in vergessen lassen: Der zweite wichtige Verkehrsweg ist die Reichsstrasse III, über die der Handel mit Gareth abgewickelt wird. Der Greifenpass ist wegen der teilweisen Unmöglichkeit des Treidelns auf dem Grossen Fluss besonders für die wichtige Handelsachse Havena-Gareth von entscheidender Bedeutung.  Wenig bekannt, aber dennoch nicht weniger eine Tatsache ist, dass die kluge Verwaltung des Landgrafen Alrik und sein Friedensvertrag mit dem Kosch Gratenfels zu Beginn der neuen Dekade von dem Schuldenberg herabgeführt haben, den der verrückte Baldur Greifax hinterlassen hatte. Steuersenkungen und damit eine Erleichterung des Handels über den Greifenpass stehen zu erwarten. Desweiteren wichtig sind noch die Strasse von Gratenfels über Rieden, Orgilsgrab, Tsafelde und Solfurt entlang der Galebra an den Grossen Fluss, und die Via Ferra (Eisenstrasse) durch den Eisenwald als Verbindung Almadas und der Nordmarken (und damit des Grossen Flusses und des Yaquir als der beiden wichtigsten Ströme des Mittelreiches), wobei letztere in den vergangenen Jahrzehnten deutlich an Wichtigkeit verlor – sieht man einmal von dem Handel mit den Zwergen ab. Jedoch haben die Nordmarken kein so gut ausgebautes Wegenetz wie andernorts: Was in anderen Provinzen gerade mal Karrenpfad genannt, wird oftmals grossspurig als Strasse bezeichnet.

Der Handel hat in den Nordmarken nicht allein deswegen insgesamt eine weniger starke Stellung als in anderen Provinzen. Nicht zuletzt ist das Handelsrecht über viele Jahrhunderte hinweg gewachsen, sodass der Adel den Kaufleuten kaum Schlupflöcher für die Steigerung ihrer Gewinnspanne gelassen hat. Handelshäuser, die über eine grosse Familie hinausgehen sind daher selten. Wie die meisten Reiche Aventuriens sind auch die Nordmarken Selbstversorger, denn es müssen einerseits keine grossen Städte versorgt werden, anderseits sind aber auch keine wirklich übermäßig fruchtbaren Ackerböden vorhanden, wenn man von der direkten Umgebung Elenvinas und der Gratenfelser Ebene die Galebra aufwärts absieht. Die Viehzucht genießt ebenfalls keine übergeordnete Bedeutung, auch hier ist vor allem die Selbstversorgung wichtig. Bemerkenswerte Ausnahme ist hierbei die Zucht der weit gerühmten Elenviner Vollblutrösser und ihrer Unterarten, einer in vielen Gestüten gezogenen Kreuzung aus Warunker und Shadifpferden. Lediglich von regionale, Interesse ist die Nordgratenfelser Zucht bunter Hausschweine; die Eichelmast gelingt in den Vorbergen und Wäldern des Kosch bestens, da dies Vieh am ehesten ohne grosse Weideflächen gehalten werden kann.

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