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Handwerk und Gewerbe

Das ingerimmgefällige Handwerk ist die Grundlage der nordmärkischen Wirtschaft, und sowohl Bergbau als auch Schmiedekunst sind dank des zwergischen Bevölkerungsanteils vor allem im Isenhag hoch entwickelt. Weit entfernt ist man jedoch von billiger Massenproduktion, hierfür sorgen die allerorten starken Zünfte: Nicht die Masse, sondern das teure Einzelstück zeichnet die Handwerksware aus, weswegen die Warenausfuhr auch eher von untergeordneter Bedeutung ist. Die Schätze Ingerimms sind fast alle unter den Bergen der Nordmarken zu finden, besonders hervorzuheben sind hier das Eisenerz, die Stein- oder Zwergenkohle und der sprichwörtliche, nordmärkische Granit. Im Unterschied zum Kosch befinden sich die Minenrechte in den Nordmarken mehrheitlich in menschlichem Besitz; lediglich im Isenhag dominieren die Zwerge seit altersher. Die Adligen der praioswärtigen Lehen der Nordmarken profitieren eher von den Handwerkern und Bergleuten als von ihren Bauern, genau umgekehrt ist es in den fruchtbaren Gebieten entlang der Flüsse, die als Kornkammern des Herzogtums gelten. Hafer, Gerste, Roggen, Dinkel, Emmer und Buchweizen wachsen hier, selten einmal aber der empfindliche Weizen.

Typische Gewerbe sind darüber hinaus die Forstwirtschaft, insbesondere die Flößerei, und die Drahtzieherei: Holz ist einerseits als Grubenholz, andererseits zum Bau und Unterhalt von Flusskähnen wichtig - und vor allem für Fässer, als Transportmittel von so ziemlich allem, beileibe nicht nur Eß- und Trinkwaren. Nordmärkische Holzflöße fahren alljährlich in grosser Zahl den grossen Fluss hinab nach Havena, wo aus dem guten Holz von den Hängen des Isenhag und der Ingrakuppen Schiffe und Häuser gezimmert werden. Das nordmärkische Drahtziehergewerbe ist im Mittelreich schon sprichwörtlich, spiegelt es doch angeblich den gerissenen (und auch sparsamen) Charakter des Nordmärkers wider (siehe „Redensarten“). In den tiefen Wäldern gibt es einsam lebende Köhlern, in Dörfern an den Waldrändern gute Drechsler und Holzschnitzer. Entlang der kleineren Flüsse und Bäche findet sich oftmals hochwertiger Ton, weswegen hier die Tonbrennerei floriert, deren Produkte über die Grenzen des Herzogtums hinaus einen guten Ruf genießen. Berühmt ist etwa die Sammlung kunstvoller Schmuckterrinen des Grafen Ghambir.

Mechanik

In der mechanischen Forschung sind einige brilliante, vor allem zwergische Köpfe in den Nordmarken zu finden, es kommt aber nur recht selten zur wirklichen Umsetzung der Ideen, da die Geldgeber meist recht wenig Interesse daran haben, ihr Vermögen für „Firlefanz“ auszugeben. Eine aventurienweit berühmte Ausnahme ist die Elenviner Orgel, und welche mechanischen Wunder in den Hallen der Zwerge noch versteckt sind, das weiß nur Ingerimm. Bemerkenswert sind die Springbrunnen in manchen grossen Städten; da sie zugleich nützlich und schön anzuschauen sind, repräsentieren sie gut den nordmärkischen Pragmatismus. Ein weiteres Beispiel dafür ist die Drahtzieherei, bekanntlich Grundvoraussetzung für die Fertigung von Kettenhemden: Ein nordmärkischer Meister war es, der den „Schaukelsitz“ ersann, eine Apparatur bei der nicht nur die Kraft der Arme, sondern auch die Wucht des bewegten Körpers zum Drahtziehen verwendet wird.

Schrift und Druck

Die Fähigkeit, zu lesen und zu schreiben ist in den Nordmarken nicht weiter verbreitet als im übrigen Reiche, sieht man einmal von den Adelskreisen ab. Der gemeine Bauer kann in der Regel weder noch, wohingegen der Adlige sowie der Geweihte eigentlich immer des Lesens und Schreibens mächtig sind. Die Druckkunst hat seit der Kirchenspaltung, als beide Parteien begannen, sich gegenseitig und das Volk mit Flugblättern und Flugschriften zu überhäufen, stark an Bedeutung gewonnen. Von liebfeldischen Verhältnissen sind die Nordmarken allerdings noch weit entfernt. Die Druckkunst ist noch auf die Städte beschränkt und ein hauptsächliches Betätigungsfeld der Mechaniker. Die Buchdruckerei ist in den Nordmarken lange Zeit schräg beobachtet worden. "Wer sich kein Buch leisten kann, der braucht auch keines zu lesen", heißt es noch heute bei manchen Adeligen, und genauso mißtrauisch ist man noch bei öffentlichen Pamphleten: "Was macht es für einen Sinn, dem niederen Volk einen Aushang zu machen? Das soll der Dorfschulze verkünden, wie es schon zu unserer Väter Zeiten Sitte gewesen ist." Die Nordmarken verfügen erstaunlicherweise dennoch über mehrere Periodika. Neben den nominell unabhängigen, in Elenvina und Gratenfels ansässigen Nordmärker Nachrichten, dem offiziellen Amtsblatt des Herzogtums, das hauptsächlich vom Adel gelesen wird, gibt es das in Riedenburg erscheinende, streng praiotische Hakonianer-Stiftsblatt, das vor allem politische und kirchliche Nachrichten verbreitet sowie den Schweinsfolder Herold, der sich auf Neuigkeiten von lokaler Bedeutung konzentriert.

 

 

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