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Flora und Fauna

Die nordmärkische Flora und Fauna hat all das zu bieten, was man vom mittelreichischen Wald, Wiesen- und Bergland erwartet - es gibt schließlich eine sehr abwechslungsreiche Landschaft. Die Wälder sind wildreich, man findet hier noch Bären, Wölfe, Hirsche, Rehe, Wiesel und andere dieser Tiere, Raubvögel, Kleingetier. In den Wäldern der Koschberge und Ingrakuppen wimmelt es geradezu von Schwarzkitteln, und auch ab und zu auf einen Baumdrachen kann man hier stoßen. In tiefen, unzugänglichen Gebieten soll es gar noch Höhlendrachen geben, ansonsten hat man den Schuppigen in den vielen Jahrhunderten der Besiedlung weitgehend den Garaus gemacht. Die strengen Gesetze erlauben nur dem Adel die Jagd auf das Hochwild. Sollte ein Bauer auf die Idee kommen, eine Trappe zu wildern, mag er von Glück reden, wenn die Untat ihm nur die rechte Hand und nicht etwa den Kopf kostet. Erwähnt werden müssen selbstverständlich die grossen Flussläufe mit ihrem Fischreichtum, wohingegen es größere, stehende Gewässer in den Nordmarken nicht gibt – wohl aber eine ganze Reihe von Mooren, wo sich große Mengen an Wasservögeln niedergelassen haben.

In den Gebirgsregionen oder tiefen Wäldern kann man einige seltene Pflanzen finden, auch Heilkräuter. Obwohl die Nordmarken zwar in manchen Gebieten (an den Flüssen und um größere Städte) sehr kultivierte Landschaft sind, in der wilde Pflanzen üppigen Feldern, Weiden und Obsthainen weichen mussten, gibt es noch genug Regionen, in denen Wildpflanzen wachsen und gedeihen können, wie es ihnen gefällt. Die nordmärkische Wolfsmilch beispielsweise ist eine giftige Pflanze, die auf allen feuchten Flächen des Herzogtums in grosser Zahl vorkommt und durch ihre im Frühjahr leuchtend roten Blüten auffällt. Durch ihren bläulichen Saft ist sie leicht von anderen Wolfsmilchgewächsen zu unterscheiden. Dieser ist giftig und ätzend, kann aber zur Herstellung eines scharfen Schnapses verwendet werden.

Landschaft

Das Herzogtum Nordmarken weist eine Reihe von landschaftlich sehr unterschiedlichen Regionen auf, von zerklüfteten Bergregionen und bewaldetem Hügelland über karge Heidegebiete und fruchtbare Ebenen bis zu malerischen Flussauen. Im Osten, Süden und Südwesten erstrecken sich teils imposante Gebirge, am Grossen Fluss, der Galebra und dem Tommel entlang fruchtbare Wiesen und sanft gewelltes, ertragreiches Land. An den Gebirgsausläufern und im Norden von Gratenfels gibt es tiefe Wälder und hügeliges Land, das in steile Bergriesen mit tiefen Abgründen, engen Gebirgspfaden, Bergdörfern und dunklen Burgen auf fast unerreichbaren Stellen übergeht. Im Süden des Herzogtums beeindruckt die wilde Landschaft des zwischen Eisenwald und Ingrakuppen eingeschnittenen Grossen Flusses, die hier über viele Meilen nur vom Schiff aus zu bewundern ist.

 Wetter und Klima

Die Nordmarken werden nach Süden hin durch den Eisenwald vom wärmeren Almada abgetrennt, im Westen durch die Windhagberge vom Meer. Somit ist das Wetter im Herzogtum eher gemäßigt; die Sommer sind zumeist warm, die Winter bringen von Norden einigen Schnee, sind jedoch nicht übermäßig streng. Aufgrund der vielen Berge (Ingrakuppen, Eisenwald, Kosch), an denen sich die Wolken abregnen, fällt der Niederschlag gleichmäßig und über das Jahr verteilt. Ackerbau und Obstbau mögen nicht so üppig Frucht tragen wie in Almada, die Bauern müssen aber dafür auch nicht mit Dürren rechnen. Am mildesten ist das Klima zwischen Kosch und Ingrakuppen sowie im Tal des Grossen Flusses, da die Berge hier einfallende Winde und Kälte abhalten. Somit ist in diesen Regionen auch durchaus Weinbau möglich.

Territorium

Die Nordmarken des Heiligen Hlûthar waren ein riesiges Reich, das fast das gesamte westliche Mittelreich umfasste. Die Grenze der heutigen Nordmarken mit Almada ist der Eisenwald, darin ist man sich ziemlich einig. Ob die Grenze jedoch auf den höchsten Kämmen des Eisenwaldes (wie gegenwärtig) verläuft, oder vielleicht eher an den südlichen Vorbergen, darüber kann man sich streiten. Westlich des Eisenwaldes befindet sich Phecadien, und wo hier die Grenze zu ziehen ist, ist fraglich. Grangor gehört aber wohl nur für die reaktionärsten Nordmärker als Hauptstadt des einstigen Niederphecadien zu den Nordmarken. Im Westen ist das Meer der Sieben Winde die natürliche Grenze, woran auch das Bestehen der erst 10 Hal gebildeten Markgrafschaft Windhag nichts ändert, durch die nordmärkisches Land de facto am nordwärts fließenden Grossen Fluss endet. Die Grenze zu Albernia ist fast überall umstritten, befinden sich hier doch keine nennenswerten geographischen Marken. Im Norden ist die Nabla die Grenze zu Andergast. Ebenfalls keine klare Grenzziehung ist im Osten an den Koschbergen als „natürliche“ Grenze möglich, stellt sich hier genau dieselbe Frage wie beim Eisenwald: Wo verläuft diese Grenzelinie? Kern dieser Auseinandersetzung ist seit Jahrhunderten der gleiche. Viele Koscher betrachten die Kosch-Berge als die Ihren. Ihre Meinung nach gehören dazu auch die Ausl„ufer, die sich zu grossen Teilen im Gratenfelser Gebietes erstrecken. Schon allein der Name „Königreich Kosch“ erklärt ihrer Meinung den Anspruch. Im Laufe der Jahre kam es schon häufig zu Versuchen, Gratenfelser Land zu Koscher Gebiet zu machen. Die Gratenfelser auf der anderen Seite setzten sich stets gegen diese Vorhaben zur Wehr – mit gleichen Mitteln. Seit Jahren schon pflegen die Koscher man die abfällige Bemerkung, dass ein Gratenfelser eigentlich ein „Hinterkoscher“ sei – ein Begriff, der sich allmählich für alle Nordmärker einbürgert.

Und dann wäre da, nicht zu vergessen, noch der Anspruch der herzöglichen Familie, der sich auf ihren Namen begründet: „Vom Grossen Fluss“ impliziert einen Anspruch von der Quelle bis zur Mündung, wie es einst gewesen, ehe die Bennains zu Macht kamen. Da der Grosse Fluss keine Quelle und eigentlich auch keine Mündung, sondern ein Delta hat, eben vom Zusammenfluss von Ange und Breite bis zum Sumpfland des Deltas (nur Havena liegt klar ausserhalb). Dieser Anspruch ist jedoch sehr illusorisch und wird auch nicht offen vertreten.

Das Herzogtums Nordmarken aus irdischer Sicht - die „ökologische Nische“

Jede Provinz des Mittelreiches hat - teils durch die redaktionelle Arbeit, teils durch die Interaktion der in ihr belehnten Spieler - mittlerweile einen eigenen Charakter erhalten. Trotz anderslautender Meinungen und regelmäßig festzustellendem Vergessens des Herzogtums gilt dies auch für die Nordmarken. Was ist nun also aus irdischer Sicht bemerkenswert und besonders an dieser Provinz?

Geographisch betrachtet könnte der Grosse Fluss zwischen Albenhus und Elenvina am Mittelrhein seine irdische Entsprechung haben (denkt man sich die Weinberge einmal weg, die aber im  südlichen Teil der Landgrafschaft Gratenfels durchaus ins Bild passen). Die Städte in den Nordmarken sind geprägt von (irdisch hochmittelalterlichen) Fachwerkbauten und vor allem Steinhäusern.

Weiter hat es sich inzwischen eingebürgert, die mittelreichischen Provinzen mit historischen Pendants zu vergleichen. Auf wissenschaftlich-militärisch-politischer Ebene würde ich unter diesem Aspekt die Nordmarken am ehesten dem deutschen Hochmittelalter (Prag im 15. Jahrhundert) annähern: Die Künste sind bereits etabliert und am Erblühen, doch haben sie sich noch nicht aus dem Griff der (Praios-)Kirche gewunden; neben traditionellen Ritterheeren gewinnen Fussvolk und Schützen allmählich an Bedeutung; der Adel aber ist in seiner Führungsrolle (nicht zuletzt dank der exponierten Stellung des Praiosglaubens) bislang unangefochten, auch in der Rolle als Stand der bellatores (Krieger), insbesondere durch die nahezu exklusive Besetzung der Offiziersränge (es gibt in den Nordmarken keine Kriegerakademie!). Dennoch entwickelt sich bereits eine kleine Schicht von Bürgern und Handwerkern mit wachsender Bedeutung, wenngleich sich diese Bedeutung eben auf Nischen unterhalb der Ebene „Herrschen und Führen“ beschränkt.

Zur Ausprägung der Nordmarken auf klerikalem und arkanem Gebiet (neben dem Adel die führenden Stände) bitte ich, unter den Schlagwörtern „Religion und Glaube“ sowie „Magie und Alchimie“ nachzulesen. Hervorzuheben sind an dieser Stelle nochmals die pragmatisch zu nennende Einstellung des Adels zum Praiosglauben als Fundament der überkommenen Herrschaftsordnung und die sehr reservierte Haltung einer Mehrzahl der Bevölkerung gegenüber Zauberkundigen.

 

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