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NKK2009 Der Dreigrafentag

Zu Burg Liepenstein trafen sich die Grafen des Isenhag, Albenhus und Ferdok am 14. Peraine 1032 in freundschaftlicher Runde, um miteinander und zusammen mit einigen Freunden und Vertrauten manch Anliegen zu beraten. Lange wurde im Vorfeld ein geeigneter Ort gesucht. Da die Themen sich um die Grenze zu Almada und den Vorkommnisse der letzten Götterläufe dort, dem Handel auf der Via Ferra, manchem Zwist in der Region und einer Verstimmung im Zwergenvolk drehen würden, lag ein Ort im Eisenwald nahe. Auch sollte die Freundschaft zwischen den Grafschaften gestärkt werden und der Isenhag suchte eine besondere Nähe zu Ferdok, die nur über Albenhus führen konnte. So war es Graf Ghambir, der Burg Liepenstein vorschlug. Damit kam er nicht nur der Gräfin des Albenhus entgegen, fand er mit der Burg auch einen geräumigen Ort, um die drei Grafen und ihre bald hundert Begleiter und Gefolgsleute zu beherbergen. Obgleich die Zahl der Gäste und ihres Trosses überschaubar, war der Scherecken nicht gering als die Burgherrin von dem Ansinnen der drei Grafen erfuhr. Derer fünf Grafen sollte die Feste letztlich beherbergen dürfen. Doch mit mancher Last der Vergangenheit sollte man sich zudem befassen müssen ...

Vor vielen hundert Jahren…

Unmittelbar vor Erntefestmassaker (335 BF) wurde das kleine Reichssiegel (*) vor den Schergen der Priesterkaiser in den Eisenwald in Sicherheit gebracht: Gerade hatte man die Leiche Rudes II. gefunden, schon stand der drohende Sturm bevor, da beauftragte der Reichsseneschall seine Knappin Leugunde von Bilgraten, das Reichssiegel in Sicherheit zu bringen: ins liebliche Feld, zum Hochmeister des Theaterordens. Die Knappin gelangte bis in den Eisenwald im heutigen Liepenstein und geriet dort an die Zwergensippe des Beronosch. Sie rettete einem vom Bär bedrängten jungen Zwerg das Leben und wurde dabei selbst schwer verwundet. Trotz der Pflege der Zwerge verstarb sie an ihrer Verwundung. Als tragischer letzter Akt übergab die Knappin den Zwergen das Siegel. Die Zwerge errichteten ihr zum Dank für die Errettung eines der Ihren einen Gedenkstein, den Bärenritterstein (aufgrund der Bilddarstellung so benannt), und beerdigten sie an der Stelle. Leugundes Seele blieb aber ruhelos, weil sie ihren heiligen Eid nicht erfüllt hatte. Jährlich, an ihrem Todestag, taucht der Geist an der Stelle auf.

(*)Das Siegel: Es blieb lange ein Geheimnis der Eslamiden, dass das aktuelle Siegel nur eine Nachbildung bzw. Neuerschaffung ist und dass in den damaligen Wirren das echte Siegel verschwand. Wo das Original verblieb, vermag (außer den Zwergen) niemand zu sagen. Es ist nur bekannt, dass es womöglich bis in die südlichen Nordmarken gekommen sein könnte. Doch ob eingeschmolzen, im Fluss versenkt oder in ein anderes Versteck gebracht, weiß niemand. Hier könnten verschiedene Geschichten im Umlauf sen. Das Siegel selbst ist aufgrund der sorgfältigen Aufbewahrung durch die Zwerge und geringeren Nutzungszeit in weit besserem Zustand als das aktuell verwendete. Das Siegel zeigt den Greifen auf einer zwölfstrahligen Sonnenscheibe, umgeben vom Zwölfkreis. Darum steht die Inschrift: VIRTVTIBVS CIVIVM GRATIAQVE DEORVM XII IMPERIVM RESTITVTVM)

Vor kurzem…

Aus dem Umfeld Selindian Hals wird ein erfahrener Agent, Basileo Orecchio d'Oro, zu den Eisenwaldzwergen geschickt, um Verhandlungen zu führen: Wären die Zwerge von Makamesch bereit, im Falle eines Krieges die almadanischen Truppen durch ihre Stollen zu lassen? Bei diesen Verhandlungen entdeckt Orecchio d'Oro das Reichssiegel. Er kehrt nach Punin zurück und erhält den Auftrag, das Siegel zu beschaffen. Er soll es gegen ein altes zwergisches Kleinod eintauschen, das in Punin aufbewahrt wurde.

Während die Gesandtschaft im Geheimen operiert, sind die Lager der almadanischen Schwadronen nahe der Grenze von Burg Liepenstein aus gut zu sehen. Es lässt Erinnerungen an die Vorkommnisse während der Ereignisse um den Hoftag zu Weidleth aufkommen. Man ist zwar mindestens so wachsam wie zuvor, jedoch nicht gar so gereizt wie damals.

Gegenwart: Der Grafentag

Die Grafen von Isenhag, Albenhus und Ferdok luden ihre Getreuen und Freunde, darunter auch den Landgrafen von Gratenfels zu Beratungen ein. Themen sollten die almadanischen Differenzen, Handelsstreitigkeiten und andere Grenzproblematiken sein. Manch ein aktuelles Anliegen der Vasallen sollte auch zur Sprache kommen können, da es mitunter zwischen den Grafschaften beraten werden muss. Auch war Ghandrixas Tsatag zu feiern und bei dieser Gelegenheit womöglich eine Verbindung zwischen dem Isenhag und Ferdok einzufädeln.

14.Peraine (Freitag)

Die Burgherren Gundela von Liepenstein zu Liepenstein und Rondmar von Quakenbrück zu Liepenstein begrüßten die angereisten Grafen und Gäste herzlich. Im Wesentlich handelte es sich um Vasallen, Gefolge und Freunde der anwesenden Grafen (irdisch wie aventurisch). Baronin Gundela übergab sodann die Räumlichkeiten ihrer Burg für die Zeit des Grafentages an die Grafen. Die Grafen hießen nun ihrerseits Freunde und angereiste Gefolgsleute willkommen. Manches galt es zu beraten, manches anzuhören und zu erörtern, doch an diesem Tag soll zunächst noch gefeiert werden, denn die Tochter des Grafen Ghambir feierte ihren Tsatag. Zeit und Umstände ließen es nicht zu, dass die Grafentochter diesen Tag auf Calbrozim verbringen konnte, wünschte sie es doch ihren Vater zu begleiten. Dies bot jedoch anwesenden Zwergen die Möglichkeit ihr die Ehre zu erweisen und womöglich auch um die Gunst der jungen Zwergin zu werben. Der Abend wurde damit ganz der Grafentochter gewidmet, zumindest von den anwesenden Vertretern des kleinen Volkes. Auch Graf Growin lies es sich nicht nehmen der jungen unvermählten Grafentochter ein Geschenk zu machen. Es handelte sich um ein alterwürdiges eisernes Kullernspiel (ird. Boule), das durch seine besondere Verarbeitung glänzte. Schnell entbrannte ein Streit darüber wer die besseren Spieler seien, die Zwerge aus dem Eisenwald, jene aus dem Kosch oder dem Amboss. Ein Wettkampf sollte es entscheiden. Hier waren es vor allem die Zwerge die ihr Geschick im neuen Spiel der Grafentochter unter beweiß stellen wollten, aber nicht nur diese erhielten Gelegenheit dazu.

Derweil lud der Zwerg Rimmrich Sohn des Rombax, Bruder des Haushofmeister Liepensteins Nimmrich im Ort zur Versteigerung ein: Rombax, Sohn des Robolosch, war verstorben. Er hinterließ seinen Besitz seinen beiden Söhnen. Rimmrich mochte allerdings ein Abenteurerleben führen und versteigerte darum sein Erbe. Nimmrich versuchte dagegen verzweifelt, die "guten alten Stücke des Väterchens" zu retten. Außerhalb seiner Einflusssphäre blieb ihm jedoch nichts, als die Anwesenden die Stücke schlecht zu reden. Einige besondere Stücke, ein Algran Kristall, eine Karte über Schmugglerwege im Eisenwald, ein besonderer Glasstein und eine Flasche Wein fanden zum Teil im Späteren auch noch spezielle Verwendung (bzw. sollten Verwendung finden).

In einer Taverne im Ort trug ein bekannter reisender Bänkelsänger seine Lieder vor zum örtlichen Zwergenbier. Neben manch bekannter Weise, Neuigkeiten aus fernen Landen berichteten seine Lieder auch von Almadanern und ihren Umtrieben, den Goblins und ihren letzten Streichen, einer Rattenplage, die nun schon über ein Götterlauf manche Teile Albenhus heimsucht, über Beronosch Sippe, dem Streit der Beiden Brüder zu Dohlenfelde aber auch eine schöne Ballade vom Bärenritterstein, der im Liepensteiner Land gelegen und um den sich etliche Geschichten ranken. Und manch Graf und Vasall nutzte die Gelegenheit mit Lehnsmann oder Lehnsherr das eine oder andere Wort zu wechseln. Kleinere Streitereien und Ehrungen blieben jedoch aus, da manch/e ein Lehnsmann/-frau den Weg durch den Eisenwald nicht mehr fand.

15.Peraine (Samstagvormittag)

Nach der Begrüßung durch die Grafen des Isenhag, des Albenhus und Ferdoks, wurde eine Angrosch-Zeremonie abgehalten. Angelehnt an die Feuertaufe der Zwerge sollte sie für Eintracht und Freundschaft während den Beratungen sorgen. Etliche Punkte standen an und manch hitzige Diskussion wurde befürchtet, sodass man Ingerimm um Beistang bat. Der Grafentag konnte somit beginnen. Es lagen Grenzstreitigkeit zwischen Baronen, Grafen aber auch im Süden mit Almada an. Über Zölle wurde diskutiert, Machenschaften des Albenhuser Bundes wurden erörtert und manch dringendes Anliegen und Beschwerde der anwesenden Barone und Edlen wurden vorgetragen (irdisch jedoch nicht ganz so viel). Hier fanden besonders die Fragen bezüglich der Besetzung einzelner Zollstationen das Interesse der Diskussion, während andere Themen deutlich in den Hintergrund gerieten.

Die Beratung fand eine Unterbrechung als Arminax, Sohn des Attasch von einer wichtigen Beobachtung erzählte: er war auf der Reise von Punin nach Makamesch und hatte an der Grenze Almadaner gesehen, darunter einen Edelmann mit einem goldenen Ohr. Diesen sah er später wieder in Makamesch, wie er sich zur Binge von Beronosch begab und eingelassen wurde, was ungewöhnlich war, da Beronosch als Menschenfeind gilt. Das "Goldohr" hatte noch weitere Begleiter. Beronosch und seine Sippe gelten als äußerst Einflussreich in der Gegend. Der Handel mit Waren Beronoschs und Rohstoffen aus dem Berg sind von großer Bedeutung für die Region. Beronosch selbst gilt jedoch als griesgrämig und empfängt seit Jahren keine Menschen mehr persönlich.

Graf Growin von Ferdok, wusste, dass vor kurzem ein Mann versuchte, in die Asservatensammlung der Feste Koschgau einzubrechen. Man hatte ihn zwar nicht erkannt, aber bei der Flucht bemerkte eine Wache, dass sein Ohr golden schimmerte. Diese auffällige Parallele war Grund genug dem nachzugehen. Man bricht also nach Makamesch auf, die Grafen nur mit dem kleinen Gefolge aus Freunde und Vertrauten. Da die Sippe des Beronosch als nicht gerade menschenfreundlich gilt, war es notwendig, dass die zwergischen Grafen selbst anreisen.

Makamesch

Makamesch ist ein größerer Handelsort, eine Zwergensiedlung in der Baronie Liepenstein, Sie ist Begegnungsstätte zwischen Erzzwergen und Menschen. Die Zwerge leben hauptsächlich in ihrer Binge, haben aber einige oberirdische Behausungen und Handwerkstätten und bauen manches an, dass in den Stollen nicht gedeiht. Außerhalb der Palisaden gibt es ein kleinen Hof und einige menschlichen Häusern und Hütten. Ein großes Berggasthaus bietet zudem Reisenden die Möglichkeit unterkommen, da die Zwerge zu den Ruhestunden keine Menschen in ihrer Siedlung dulden. Die Grafen und ihr Gefolge begeben sich zum Eingang von Beronoschs Binge. Dort steht über dem Portal: "Wie der Herzog am Fluss, so der Rogmarok im Berg."

Zunächst musste man sich mit Beratosch, Enkel des Beronosch, auseinandersetzen, der niemanden in die Binge des Beronosch einlassen wollte. Dank Ghandrixas Überzeugungskunst gelang es Berotosch zu überzeugen zumindest seinen Großvater zu holen. Beronosch, einem bärbeißigen, grummeliger, verstockter, konservativen Erzzwergen zeigte sich unversöhnlich, ging aber letztlich auf ein Gespräch ein. Dabei erfuhren die Grafen und ihr Gefolge, dass ein Almadaner Gesandter einen Gegenstand erworben hatte, um ihn in seine Heimatstadt zu bringen. Es stellte sich heraus, dass es sich um "eine mehr als handtellergroße Metallscheibe handelte, auf der man einen großen Vogel vor einer Sonne sah, darum viele Zeichen und eine Inschrift in Menschengekrakel. Wie man erfuhr, hatten die Zwerge diesen Gegenstand nicht angefertigt, sondern bewahrten ihn seit Jahrhunderten auf. Sie hatten ihn von einer jungen Menschenkriegerin ("der einzigen, die nicht dumm, feige, ehrlos, geizig und abarosch war) erhalten. Beronosch verriet auch, dass die Almadaner sich erst am Tag zuvor verabschiedet hatten.

Nach einigen Beratungen kam man zu dem Schluss, dass offenbar ein Duplikat oder ein Vorläufer des Reichssiegels in Almadaner Hände gekommen war. Die Grafen sandten ihre Getreuen in mehreren Gruppen aus, um die Almadaner abzufangen.

Die Abenteuer

Findet Informationen über das Siegel - Geistererscheinung (Spielleiter Je)

Herr Ulfried von Streitzig, Baron zu Orgils Heim, beauftragte die zwei ihm wohlbekannten Magier Circe ter Greven und Erkomir fa Shantalla, sowie den Edlen Albin Firnwolf Leuenhard von Aarberg und den Edlen Herrn Ardo Gudekar von Lilienthal, mehr über das Siegel herauszufinden. Dazu sollten sie einen Geweihten der Travia aus Orgils Heim, einen versierten Geschichtskundigen, der gerade Untersuchungen an einem alten Traviakloster in Liepenstein durchführte, befragen.
Ausgerechnet zu dieser Gruppe stieß auch noch Wohlgeboren Voltan von Sturmfels, Edler zu Wichtenfels, hinzu, der schon zuvor sein Unbehagen gegenüber den Magiern ausgedrückt hatte.

Die Geschichtsforscher führten zunächst Erkundigungen in Makamesch durch, um herauszufinden, ob der Traviageweihte gesehen worden und wann er wohin abgereist war.

Zur Nacht quartierten sie sich im Makamescher Gasthof ein. Schon Herrn von Lilienthal hatte den Eindruck, daß etwas am Nachthimmel nicht stimmte. Die Magier, insbesondere die sternenkundige Frau ter Greven, entdeckten, daß der Himmel eine völlig falsche Sternenkonstellation zeigte: den des 19. Rondra 335 nBF, des 15. Geburtstags des (kurz vor diesem Tag ermordeten) Kaisers Rude! Die Vision (oder womöglich auch: Illusion) dauerte nur kurze Zeit, reichte aber aus, die beiden Magier in höchste Alarmbereitschaft zu versetzen.

In der Nacht plagten die Gruppe üble Traumgesichte, Stimmen, ein Spiegel zersprang. Erkomir konnte einen ungewöhnlich starken Poltergeist ausmachen.

Am nächsten Tag fand die Gruppe das zerfallene Traviakloster St. Ganstrude und den Orgilsheimer Traviageweihten - niedergestreckt! An einer Wand stand mit Blut geschrieben: VIRTVTIBVS CIVIVM GRATIAQVE DEORVM XII IMPERIVM RESTITVTVM - die Inschrift des gesuchten Reichssiegels!
Circe und Erkomir entlarvten die Inschrift als Illusion, die von einem Geist gewoben war.

Dank Erkomirs Heilkünsten kam der Traviageweihte rasch wieder zu sich und klärte die Gruppe über etliche traviakirchengeschichtliche Belange und schließlich auch über das fragliche Reichssiegel auf:

Es handele sich um das Kleine Reichssiegel, das seit dem Erntefestmassaker 335 nBF verschwunden war, und zwar, wie in Gelehrtenkreisen bekannt (oder vermutet), im Gebiet der Via Ferra. Die Klugen Kaiser hatten den Theaterrittern nahegestanden, der damalige Reichsseneschall hatte selber diesem Orden angehört. Auf dem Weg nach Arivor war auch er den Praiospriestern zum Opfer gefallen, hatte das Siegel jedoch noch seiner Knappin anvertrauen können. Diese, so ein Vermerk in der Chronik des alten Klosters, hatte auch Station in dem Kloster gemacht.

Niedergeschlagen worden war der Geweihte durch niemand Bestimmtes, sondern durch plötzlich herumfliegende Ausrüstung und Feuerholz.

Es war also der Geist der Theaterordensknappin, der da auf sich aufmerksam machte! Alles wies darauf hin, daß Weiteres beim Bärenritterstein zu erfahren war, wenige Wegstunden vom Kloster entfernt.

In der Nacht kam es zu weiterem Spuk, schließlich beschwor Erkomir den Geist der Knappin, damit sie sich besser mitteilen konnte. Es war, wie der Traviageweihte gesagt hatte: die Knappin sollte das Siegel "zum Hochmeister des Ordens nach Arivor" bringen und "dem Kaiser bewahren, was des Kaisers ist". (Wichtige Anm.: Bei dem ziemlich spektakulären Auftritt des Geistes, dessen 'Gedanken' auch nur um Siegel & Auftrag kreisten, vergaß Erkomir glatt, die Knappin auch noch nach ihrem Namen zu fragen)

Am nächsten Tag fand die Gruppe den Bärenritterstein, und Voltan, Ardo und Albin entzifferten seine Inschrift. (=> NN-Artikel in spe) Die Knappin hatte die Rogmarok-Tochter vor einem Bären gerettet, war selber gestorben, das Siegel hüteten seitdem die Angroschim.

Suche nach dem Siegel, auf dem Gebirgspfad (Spielleiter Ma)

Einige Golgariten und ein junger Ritter aus Trappenfurten entschlossen sich die wahrscheinlichste Strecke über die Via Ferra auf der Suche nach dem Goldohr zu wählen. Am Abend kamen sie in einem scheinbar menschenleeren Weiler unweit der Straße an. Anhand merkwürdiger Geräusche und mit Schleudern verschossener Lehmkugeln merkten sie bald, dass der Ort zwar nicht unbewohnt war, aber auch nicht gerade gastfreundlich. Tatsächlich verhielten sich die Bewohner ungewöhnlich scheu und sprachen wirr, ihre Augen waren blutunterlaufen. Die Gruppe nahm dennoch Unterschlupf in einem verlassenen Gasthaus im Dorf, wo sich zwei Knechte des Welfert von Mersingen ebenfalls bald merkwürdig verhielten - es stellte sich heraus, dass sie, wie die Dorfbewohner, mit Mutterkorn vergiftetes Brot gegessen hatten. Am Morgen fand man am Ortsrand eine Kate mit Kräutergarten - die dort lebende alte Frau war ebenfalls betroffen und war gerade dabei ihren Garten zu zerstören, weil sie in ihrem Wahn glaubte, dass ihre Kräuter Schuld an der merkwürdigen Krankheit hatten. Tatsächlich waren die Kräuter (Lulanien) heilsam, was man auf recht rabiate Weise erprobte, indem man der Alten gewaltsam ihre Kräuter zu essen gab.

(Was die Gruppe nicht herausfand, weil sie das Dorf lieber schnell verließ als mit den genesenden Bewohnern zu sprechen: Am Tag zuvor kam die Gruppe der Almadaner ebenfalls im Weiler vorbei und wollte den Weg zu einem Heiler wissen. Eine von ihnen hatte aus dem Baroschox getrunken und sich dabei eine schleichende Vergiftung zugezogen. Die bereits vom Mutterkorn-Wahn befallenen Dörfler halfen jedoch nicht selbst, erwähnten aber einen alten Einsiedler, der in einem Gebirgssee im Norden lebt und sich aufs Heilen versteht. Dorthin reisten die Almadaner.)

Zufällig oder instinktiv fand die Gruppe dennoch den richtigen Weg auf der Suche nach Goldohr bzw. seinen Schergen. Eine von den Almdanern angesägte Brücke war ein entscheidendes Indiz, dass man auf einer guten Fährte war. Tatsächlich spürte die Gruppe die Schergen auf der besagen Einsiedler-Insel inmitten eines Gebirgssees auf. Welfert von Mersingen gelang es auf eindrucksvolle Weise im Alleingang die Leute auf der Insel in Schach zu halten und zu befragen. Dabei stellte sich heraus, dass es sich bei dem gestellten Almadaner um ein falsches Goldohr handelte - der nicht recht wusste wie ihm geschah, als Welfert ihm einschüchternd gegenüberstand.

Bleibt zu berichten, dass bei der Aktion ein Knecht Welferts die Vogelfreiheit der weiteren Knechtschaft vorzog und floh, dass ein Holzfäller durch die angesägte (aber nicht von den Helden abgesicherte) Brücke ums Leben kam und die Bewohner eines Weilers im Liepensteinschen trotz der Rettung vor ihrer Vergiftung um Golgariten künftig einen großen Bogen machen werden - was gleichermaßen für einen verschreckten Einsiedler gilt.

Über die Dunklen Zeiten (Spielleiter Fr)

Hochwürden Godefroy Sigismuth von Ibenburg-Luring, Baron Nimmgalf von Hirschfurten, Atreus der Botenmeister von Albernia und Arminax, Sohn des Arboschax machten sich auf den Weg zu einer abgelegenen Passstraße nahe der Röschklamm, um den Spuren des Goldohrs nachzugehen. Von einem Kiepenkerl konnten sie erfahren, dass diesem im Laufe des Tages 4-5 Personen über den Pass entgegengekommen waren. Auf Nachfrage nach einem Goldohr, berichtete er, dass auch mehrere mit Kopfbedeckungen getragen hatten, die ein Goldohr duchaus hätten verbergen können. Die Befragung eines Köhlerpärchens offenbarte, dass ein allein Reisender nach einer Unterkunft für die Nacht auf der Passtraße gefragt hatte, worauf ihm die Köhlersfrau einen alten Zwergenstollen unweit des Bergkamms beschrieben hatte. Der Reisende hatte eine Gugel getragen, die die Ohren verdeckte.
Sofort machte sich die Gruppe auf den Weg und konnte trotz der Gefahren, die ein Bergpfad nachts bietet, schnell den Zwergenstollen erreichen. Eine nur notdürftig verborgene Feuerstelle vor dem Eingang deutete darauf hin, dass man auf der richtigen Spur war. Bei der Untersuchung der Höhle entdeckten die Reisegefährten ein altes zwergisches Relieg und bei der genaueren Betrachtung überfiel sie eine Vision:
Man fand sich wieder im Jahr 430 v. BF, unter der Regentschaft von Yarum-Horas, der vor 14 Jahren die Lex Imperia erlassen hatte. Es waren die Dunklen Zeiten. Die Gruppe verkörperte Mitglieder eines bosparanischen Expeditionskorps, dass eine Befriedung der zersplitterten Nordmarken vorbereiten und dazu einen Pakt mit den örtlichen Zwergen aushandeln sollte. Ein Stollen (der klar als der untersuchte Stollen der aktuellen Zeit erkennbar war) diente als Verhandlungsort. Schnell konnten die Verhandlungen zu einem befriedigenden Ergebnis geführt werden und zur Besiedlung des Vertrags sollte der Freundschaftstrunk aus einem traditionellen Kelch, dem Baroschox, getrunken werden. Während der Sippenälteste der Zwergen, Barigax, ohne Probleme aus dem Kelch trank, wurde der Legat der Bosparaner bald von Krämpfen geschüttelt und stürzte zu Boden. Der scheinbare Giftmord und das spontane Lachen der Zwerge, die dachten der Legat wäre einfach abarosch (nicht trinkfest) oder hätte sich verschluckt führten zu großen Misstrauen und einer der Legionäre verlor die Nerven und griff die Zwerge an. In den folgenden Kämpfen ließen 2 Legionäre und 5 Zwerge (darunter der Sippenälteste Barigax) ihr Leben. Als Verstärkung aus den tieferen Stollen eintraf, flohen die Bosparaner und nahmen den Trinkkelch zur Untersuchung mit sich. Damit endete die Vision. Zurück im Jahr 1032 BF offenbarte sich der Urheber der Gedankenbilder:
Barigax, der Sippenälteste von damals, war als ruhelose Seele an diese Höhle gebunden und würde erst erlöst werden, wenn Menschen und Zwerge wieder gemeinsam den Freundschaftstrunk aus dem Baroschox genommen hätten. Er offenbarte der Gruppe auch, dass damals keine Vergiftung intendiert war, sondern offenbar der Becher für Menschen gefährliche Stoffe absonderte, die für die Zwerge den Trank erst besonders schmackhaft machten.
Er bat die Gruppe, endlich für seine Erlösung zu sorgen. Auf Nachfrage konnte er auch bestätigen, dass ein einsamer Reisender Schutz in der Höhle gesucht hatte und sicht momentan in tieferen Höhlen aufhalten würde. Die Reisegefährten folgten dieser Spur und der einsame Reisende stellte sich tatsächlich als das Goldohr heraus, als er mit vorgehaltener Waffe seine Gugel abziehen musste. Bei der Untersuchung seiner Taschen fand sich ein goldenes Siegel, dass sofort Hochwürden Godefroy an sich nahm - offenbar wissend, welche Bewandnis es mit diesem Siegel hätte. Die Heimreis zum alten Wachturm im Liepensteinschen verlief ereignislos.

Auf der Suche nach dem Siegel (Jü)

Graf Growin, Graf Ghambir, Thorben von Hammerschlag, Efferdane von Neuensteiningen und Erlan von Sindelsau verfolgte eine der almadanischen Gruppen, welche einen der Gebirgspässe nahm. Trotz des teilweise unwegsamen und schmalen Weges bestand Growin darauf, in seiner Kutsche zu reisen, in welcher auch Ghambir Platz nahm, während die Übrigen zu Pferd folgten. Durch Befragung entgegenkommender Reisender konnte man in Erfahrung bringen, dass die Almadaner den Weg vor einiger Zeit entlanggekommen waren, aber es nicht sonderlich eilig hatten. Die Gruppe bestand aus drei Männern und einer Frau, zwei der Männer hatten eine Binde über den Ohren.
Innerhalb des restlichen Tages und des folgenden Vormittags gelang es, den Vorsprung zu den Verfolgten bis auf ca. zwei Stunden zu verringern. An einer sehr steilen Passage, wo der Weg mehrere langgezogene Serpentinen nach unten beschrieb, ward man der Almadaner gar ansichtig. Growin befahl daraufhin seinem thorwalschen Kutscher, in halsbrecherischer Geschwindigkeit die Serpentinen hinabzufahren (also auf dem Weg zu bleiben, den querfeldein zu fahren war nicht möglich), was fast dazu geführt hätte, dass die Kutsche den Berg hinuntergekullert wäre. Die entsetzten Warnrufe der Reiter ignorierte der Graf geflissentlich, doch ließ er den Kutscher nun wieder etwas langsamer fahren. Durch den Lärm, herabpolternde Steine und Staub waren die Almadaner aber nun auf die Verfolger aufmerksam geworden und beschleunigten, was sie zunächst außer Sicht führte.
Nur der Aufmerksamkeit der Dame von Neuensteinigen war es zu verdanken, dass die Verfolger einige Zeit später einen versteckten Durchbruch in der Felswand fanden, durch den gerade so ein Fußgänger mit einem am Zügel geführten Pferd passte und Spuren darauf hindeuteten, dass die Almadaner hier den Weg verlassen hatten. Für eine Kutsche war hier aber endgültig kein Durchkommen mehr, so dass Growin diese vom Kutscher mitsamt des Ersatzpferdes mach Poluik bringen ließ, während er und Ghambir dem Einschnitt zu Fuß folgten. Die Neuensteiningerin musste nun aber zeigen, zu was sie fähig war, und trieb ihr Pferd auf dem Sattel stehend in die Klamm, gefolgt von Thorben von Hammerschlag, der ihr nicht nachstehen wollte. Der Baron von Sindelsaum entschloss sich, lieber bei den Zwergen zu bleiben und sein Pferd zu führen.
Nach ca. einer halben Stunde endete die Klamm an einem sehr hohen, aber schmalen Einschnitt im Fels, der Beginn eines Höhlensystems. Mehr oder eher weniger vorsichtig drang die Gruppe in die Höhle ein, aufgrund von einigen Meinungsverschiedenheiten der Vorausgerittenen konnten die Zwerge und der Sindelsaumer aufschließen, so dass die Gruppe nun wieder vereint war.
In einer sehr großen Tropfsteinhöhle fanden sie schließlich die Pferde der Almadaner, denen so allein im Dunkeln gar nicht wohl war. Doch konnte man die Höhle nur per Klettertour in einen angrenzenden Felsendom, dessen Boden 20 Schritt tiefer lag, verlassen. Also mussten auch die Verfolger ihre Pferde zurücklassen, der Wehrmeister schickte sie aber nach draußen vor die Höhle. Es stellte sich bald heraus, dass das Höhlensystem einen ganzen Stamm voller Wühlschrate beherbergte, die den Geräuschen nach zu urteilen den Gang, durch den die Gruppe den Berg betreten hatte, zum Einsturz brachte.
Die Begegnung mit einem einzelnen Schrat, der plötzlich aus der Wand brach, verlief noch glimpflich, doch einige Zeit später stieß man tatsächlich auf die Almadaner, welche sich im Gefecht mit gar acht Wühlschraten befanden, von denen zwei ungewöhnlich groß waren, geschätzt zwei Schritt. Die Zwerge hatten bis dahin alle dutzend Jahre einmal Gerüchte von solchen Wesen vernommen, doch ohne dass dies jemals bestätigt wurde.
Die Almadaner stellten schnell fest, dass sie mit ihren Zahnstochern nichts ausrichten konnten, und flüchteten zu den Verfolgern, als sie deren gewahr wurden. Doch die Almadaner befanden sich jenseits eines ca. sieben Schritt tiefen Absatzes in der Höhle, zu dem nur eine schmale Rampe hinaufführte, während die Adligen gerade an jenem oberen Ende erschienen waren. Der Hammerschlager stellte den Almadanern die Bedingung, dass sie nur heraufkommen dürften, wenn sie die Ohrbinden abnähmen, was die zwei Angesprochenen aufgrund der ihnen im Nacken sitzenden Schrate auch ohne viel Diskussion taten. Und siehe da, Goldohr war nicht dabei!
Oben angekommen verwickelten die Almadaner die Dame von Neuensteinigen in eine Diskussion, was man ihnen denn vorwerfe, während die vier anderen Adligen sich an der Rampe und auch an der Kante ein hartes Gefecht mit den Wühlschraten lieferten, denn die meisten schlugen einfach ihre Schaufelhände in die Felswand und begannen, sich an dieser hochzuarbeiten, nur zwei nahmen die Rampe, die der Hammerschlager verteidigte.
Während die Neuensteinigerin sich schließlich gezwungen sah, die Almadaner zu entwaffnen und einen gar zu verletzten, um sie an der Flucht zu hindern, konnten die anderen die Schrate schließlich besiegen, nur der Baron von Sindelsaum trug eine Verletzung davon, außerdem biss einer der Schrate ein Stück aus dem Schild des Hammerschlagers.
Graf Growin bestand darauf, den Kopf eines der Riesenschrate als Souvenir mitzunehmen und ließ ihn von den Almadanern, denen man alle Wertsachen und Ausrüstung abgenommen hatte, rollen, denn er wog kaum weniger als ein Felsbrocken gleicher Größe. Die Gruppe entschied sich, den Weg fortzusetzen, da ja der Rückweg vermutlich nicht mehr gangbar war. Zunächst kam man gut voran, doch die Wühlschrat-Geräusche nahmen stetig zu und schließlich sahen sich die Adligen von ca. zwei Dutzend Schraten verfolgt, ohne dass günstiges Gelände einen Kampf aussichtsreich erscheinen ließ. Zusammen mit den Almadanern hetzten sie also voran, noch immer mit dem Wühlschratkopf, doch plötzlich endete der Gang an einer zehn Schritt breiten Schlucht, auf deren ebenfalls zehn Schritt tiefer gelegenen Grund ein reißender Fluss tobte. Viel Zeit zum Überlegen blieb nicht, also hielten Growin und Ghambir die Wühlschrate mit ihren Armbrüsten auf, während zuerst die Neuensteinigerin mit dem einzigen Seil der Gruppe (welches Growin aus der Kutsche mitgenommen hatte) halsbrecherisch in die Schlucht kletterte, den reißenden Strom durchschwamm, auf der anderen Seite, auf der der Gang weiterging, hochkletterte und dort das Seil befestigte, damit die anderen sich daran hinüberhangeln konnten.
Doch der erste, der es versuchte, der Baron von Sindelsaum, rutschte auf halbem Wege ab und verschwand schreiend in den Fluten. Da die Welle der Wühlschrate trotz des Armbrustfeuers stetig näher kam, entschloss sich der Wehrmeister, die Almadaner gewaltsam in den Fluss zu stoßen, um den Baron möglicherweise zu retten. [irdisch war Jörg gerade mit dem Kind unterwegs und nicht anwesend, so dass Stefan Silvia trotz schwerster Bedenken überredete, dass der Wehrmeister dies tun würde. Jörg sagte später, das hätte er niemals getan. Wie auch immer, da war es schon so geschehen.] Nachdem auch die Almadaner schreiend in der Tiefe verschwunden waren, schafften die anderen es glücklicherweise, heil drüben anzukommen, Growin als Letzter kappte das Seil auf seiner Seite, ließ sich in die Schlucht fallen und auf der anderen Seite hochziehen. [Die Koscher meinten später, wäre Ghambir als Letzter gegangen, hätten sie das Seil auf ihrer Seite gekappt. Ich bin nicht sicher, ob das nur ein Scherz war ...]
Die Horde der Wühlschrate war somit abgehängt und die Gruppe schaffte es schließlich, einen Weg ins Freie zu finden. Man begab sich anschließend zum Eingang der Klamm, welche vom Hauptweg wegführte, zurück und fand dort die Pferde vor. Anschließend wurde eine Suche nach dem Gebirgsbach gestartet, um den Baron von Sindelsaum und die Almadaner zu finden, was schließlich auch gelang, zumindest teilweise: der Baron war schwer verletzt, aber am Leben, ebenso wie einer der Almadaner, während ein weiterer Almadaner tot geborgen wurde. Ihre anderen zwei Kameraden konnten nicht mehr aufgefunden werden.
Die Adligen brachten schließlich den schwerverletzten Almadaner nach Poluik, wo sie ihn in medizinische Obhut gaben. Als "Belohnung" und Entschädigung für den Versuch, den Baron von Sindelsaum zu retten, überließen sie ihm die gesamten von den Almadanern erbeuteten Wertgegenstände und deren Ausrüstung sowie sein Pferd. Was mit den anderen Pferden der Almadaner geschah, ist nicht abschließend geklärt worden, doch während der Hammerschlager und die Neuensteiningerin strikt ablehnten, diese mit Brandzeichen versehenen Pferde an sich zu nehmen, waren die Zwerge da weniger zimperlich ...
Dann endlich begab man sich zum Treffpunkt an der Grenzfeste.

Gen Nord-Westen (Spielleiter Sa)


Graf Alrik Custodias Greifax von Gratenfels bat zwei seiner Barone sich auf die Spur Goldohrs zu setzen. Die Barone Traviadan von Schwertleihe und Riobhan von Galebquelle folgten diesem Wunsch. Ihnen schloss sich seine Hochwürden Efferdan Klammwacht an. Erkannte der Diener des Efferd doch recht bald, welche Bedeutung und Gefahr von dem Siegel ausgehen würde. Ihnen zur Seite gestellt wurde der Ritter Hadebrand von Harthals Schwarzklamm. Der erfahrene Ritter weilte schon eine Weile in der Baronie Liepenstein und galt als kundig. Wie sich jedoch bald herausstellen sollte, waren seine Kenntnisse der Baronie eher auf den ebeneren Teil beschränkt. Bereits im ersten Berggasthof sollte sich jedoch ein kundiger Bergführer finden lassen. Der Zwerg Rogom Sohn des Ramtasch bot seine Dienste an und wurde angeheuert. Er sollte sich als Gewinn herausstellen, kannte er nicht nur die Via Ferra bestens, sondern war auf seinem Weg von Finsterklamm nach Makamesch kommend zwei Reisepaaren mit Pferden begegnet, die bisweilen Goldohr und einer seiner Begleiter sein mochten. Von allen vieren hatte man die Ohren nicht gesehen. Geschickt führte der Zwerg die Reisegruppe auf der Via Ferra und an jedem Hindernis vorbei dass sich sei dem letzten Winter dort aufgetürmt haben mochte.
Die Erkundigungen im folgenden Berggasthof und Befragung von Reisenden und Hirten ergab, dass ein Reisepaar während einer Rast das andere überholt haben mochte. Auch habe sich dem zweiten Reisepaar ein Bergführer angeboten. Ein Waldläufer der unausstehlichsten Sorte, dessen Art und Auftreten bei jedwedem Abscheu hervorrief, aber die Gegend bestens kannte, vor allem die Pässe bei Finsterklamm. Die Gruppe erkannte zudem, dass er nur zwei Möglichkeit gab schnell von Finsterklamm aus nach Almada zu gelangen. Zum ein von Berghirten genutzter Pfad vor dem Ort und am Garschhof vorbei. Zum anderen der Steg nach Burg Glauburg von der aus man ebenfalls über Hirtenpfade nach Almada gelangen konnte. Doch nur einen würden sie beschreiten können.
Im Garschof, einem großem Berghof einige Meilen vor Finsteklamm konnten sie dann erfahren, dass das vermeintlich erste Reisepaar erst wenige Stunden zuvor den Hirtenpfad nach Süden beschritten hatte. Der zuvor bestandene Vorsprung von einem Tag war auf wenige Stunden geschrumpft, wie es schien. Allerdings, so wusste man zu bereichten, habe sich dem Paar zwei weitere Gesellen angeschlossen. Angeblich Kundige der Gegend, die ihnen den Weg weißen sollten. Einer der Reisenden sei zudem von eindeutig almadanischer Herkunft. Allesamt waren sie in Eile begriffen. Die Entscheidung war getroffen, man würde dieses Reisepaar verfolgen. Auch hier verstand es der Zwerg den Weg zu führen. Nicht einmal ein Stundenglas vom Berghof entfernt verloren sich die Spuren der Verfolgten. Von Rogom konnte erfahren werden, dass sich unweit des Pfades, durch einen Felsspalt hindurch eine Grotte erreichen lies. Es ergab sich, dass genau dieser Weg gewählt wurde. Vor dem Eingang, die Reittiere der Verfolgten und Spuren des Kampfes. Es sollte sich zeigen, dass ein kleiner Bach in das Innere der Grotte führte und diese weit mehr dem Gott des Meeres zugetan war, als jenen des Feuers und Wasser. Feucht war die Luft und von blauer Farbe die Kristalle im inneren. Der Schein einer Fackel war jedoch zu erahnen und bald auch Stimmen zu vernehmen. Die Gruppe schlich sich an und man erkannte, dass die Verfolgten von ihren vermeintlichen Bergführern überwältigt worden waren. Ein kurzes Zeichen des Barons von Schwertleihe genügte und die beiden Entführer waren überwältigt. Einer der Verfolgten war bereits verstorben, dem Dolch seines vermeintlichen Bergführers zum Opfer gefallen. Der Wut des Geweihten des Efferd konnte niemand etwas entgegenbringen und so waren die Umstände schnell gelüftet. Agenten Niam Fenwassers, die den gebirgigen Süden Weidleth ausspähten hatten in Finsterklamm per Brieftaube von Makamesch die Nachricht erhalten, dass zwei Almadaner mit goldenem Siegel unterwegs siene und diese aufzuhalten wären. Die Nachricht, das erkannte die Gruppe musste von jemandem aus ihren Reihen abgesendet worden sein. Der Spion beteuerte allerdings hier stets im Sinne des Reiches gehandelt zu haben, wenngleich Art und Methoden von anderem zeugten. Übergeben sollte das Stück zudem der Pfalzgräfin in Albengau.
Doch ein Siegel gab es in der Grotte nicht. Der gefangene Almadaner beteuerte von der Sache nichts zu wissen. Es stellte sich heraus, dass er ein nicht ganz gewöhnlicher, aber doch nur ein Dieb war. Zu Albenhus habe er mit seinem Komplizen einen besonderen Edelstein dem Albenhuser Bund geraubt. Der Stein sei für eine besondere Transaktion vorgesehne und dessen Verschwinden nicht angezeigt. Doch die Häscher des Handelsbundes mochten ihnen bereits auf den Spuren sein. In Finsteklamm hatten sie die beiden Halsabschneider getroffen und diese hatten ihnen den Fluchtweg empfohlen. Ratlos ob der Umstände bemerkte nun Riobhan von Galebquell, dass Rogom verschwunden war. Der Zwerg hatte sich ob der Feuchtigkeit und des Klimas in der Höhle bereits zu Anfang beklagt und musste einen unbedachten Moment genutzt haben, um wieder hinauszugelangen. Vor der Gotte fehlte nun aber ein Maultier, dem Zwerg war es wohl nach anderem gelegen.
Zurück im Berghof konnte man erfahren, dass der Zwerg tatsächlich vorbei geeilt war. Eine Reisende wusste zudem zu berichten, dass es sich in Wahrheit, um den Zwergen Rohboar handelte, der von seiner Sippe verstoßen sei und seit dem Schmugglern und anderes Gesindel über den Berg half. Hierfür lies er sich bezahlen oder lies sie im Irrweg der Berge zurück, um sich später seinen Teil zu holen. Ritter von Harthals-Schwarzklamm veranlasste, dass der festgesetzte Diebe samt Diebesgut und die beiden Spione im Hof festegesetzt würden, bis er selbst oder Büttel der Barone diese nach Liepenstein überführten.
Die Gruppe reiste darauf weiter zum Ort Finsterklamm, um dort zu erfahren, dass auch das zweite Reisepaar sich verzögert hatte. Ihr Bergführer, der Waldläufer hatte sie hingehalten. In Finsterklamm konnte die Gruppe auch den Grund für die Maskerade erfahren. Die Kunde ob der Klage des Pfalzgrafen von Koschgau hatte auch die Nordmarken erreicht. Goldohr musste in Makamesch erfahren haben, dass man auf der Suche nach ihm war.
Der Weg nach Glauburg sollte es nun sein, so schnell als möglich. Größer konnte die Überraschung nicht sein, als man kaum eine Meile südlich von Finsterklamm auf die Verfolgten stieß. Der Weg war ihnen versperrt worden, durch eine Gerölllawine, ein Hinterhalt. Der Waldläufer hatte ihnen eine Falle bereitet. Nun glaubten die beiden Verfolgten, nicht ganz zu unrecht in der heraneilenden Gruppe Feinde vor sich zu haben. Während die Barone von Schwertleiher und Galebquell sich entschlossen der beiden Almadaner, ein in der Region erfahrener Agent und ein Veteran der Kavallerie, annahmen, gelang es seiner Hochwürden und dem Ritter von Harthals-Schwarzklamm die Helfer des Waldläufers, gedungene Holzfäller, in die Flucht zu schlagen. Dies geschah mehr durch Überzeugung denn durch Taten. Damit verhinderten sie dass auch der Ausgang der Klamm verschüttet werden konnte. Durch die Vertreibung der Handlanger entging ihnen jedoch das nunmehr eher unbedeutende Detail, dass es sich beim Waldläufer mitnichten um einen solchen handelte und er ebenfalls auf der Spur des Siegels war. Zudem dieser mit dem Zwerg Rohboar unter einer Decke steckte, der die Gesandten der Grafen in die Irre führen sollte.
Mit Enttäuschung mussten sie nun auch erleben, dass sie wohl einer weiteren Täuschung zum Opfer gefallen waren. Es handelte sich wohl eindeutig um Gefolgsleute Goldohrs, einer sogar mit vornehmer almadanischer Herkunft, doch das Siegel führten sie nicht bei sich.

Die Prüfungen der Zwerge (Liveteil als Alternative zu den Spielrunden - Ka)

Eine weitere Gruppe unternahm den Versuch Beronoschs Sippe mit den Menschen zu versöhnen. Beronoschs Sippe war einst an dem Bau der Weidleth beteiligt. Da Perval kurz vor der unmittelbaren Fertigstellung die Feste einnahm, weigerte sich das Herzogenhaus die letzte (achte) Rate für die verlorene Feste zu zahlen. Auch der Kaiser sah es nicht ein, eine Rechnung zu zahlen, die er nicht in Auftrag gegeben hatte. Beronoschs Sippe grollt seitdem den Menschen und hält sie für dumm, treulos, feige, geizig und "abarosch" (nicht trinkfest, nicht standfest). Um dies zu wiederlegen legte Beronosch den Menschen etlichen Proben auf.
Am Ende gelang es den wackeren Helden dies zu widerlegen und Beronosch zu besänftigen.

Zusammenkunft auf dem Jagdplatz (Samstagabend)

Am vereinbarten Jagdplatz nahe der almadanischen Grenze am alten Turm eingetroffen, berichteten die einzelnen Gruppen über ihre Erlebnisse und den beobachteten Vorkommnissen. Große Aufregung breitet sich aus, als sich herumsprach, dass nicht nur der almadanische Agent Orecchio d'Oro gefasst wurde, sondern dieser auch das Siegel mit sich führte. Nachdem sich alle an dem Jagdmahl gestärkt hatten, wurde Orecchio d'Orovorgeführt und ausgefragt. In der Überzeugung für den, aus seiner Sicht, rechtmäßigen Kaiser gehandelt zu haben, schien er sich keiner Schuld bewusst. Die Zusammenhänge des Komplottes wurden zusammengetragen.
Zur Aussöhnung mit den Zwergen kam es zudem noch.
Es war Graf Ghambir der auf Beronoschs Sippe zuging und für die langjährige Verwahrung des Siegels dankte. Auch bei den Zwergen gab es Einsicht: "Wir dachten, dass die Menschen dumm, feige, ehrlos, geizig und abarosch sind. Ihr habt uns bewiesen, dass ihr nicht dumm, feige, ehrlos und geizig seid." Zum Zeichen nahm Frankwart vom Großen Fluss gemeinsam mit Beronosch einen versöhnlichen Schluck aus dem Baroschox. Frankwart jedoch nicht ohne auf einen Algran-Kristall zu verzichten, um die schädlichen Nebenwirkungen des Baroschox zu vermeiden.
Die Zwerge ließen es sich darauf nicht nehmen jene Menschen, die sich besonders ausgezeichnet hatten zu ehren. Fürderhin seien sie bei der Sippe des Beronosch als Freund der Zwerge bekannt und willkommen. Als Zeichen erhielten sie einen seltenen roten Bergkristall aus den Tiefen des Eisenwaldes.

Das Siegel selbst befand sich derweil noch in der schützenden Hand seiner Hochwürden Godefroy Sigismuth von Ibenburg-Luring. In der Befürchtung, dass es sonst in falsche Hände geraten mochte, hütete der Geweihte des Götterfürsten das Kleinod wie eine Reliquie seiner Kirche. Eine Prüfung des Siegels erbrachte auch die bereits vermutete Erkenntnis, über seine Echtheit gab es keinen Zweifel. Lange werten die Debatten und Beratungen um den Verbleib des Siegels, doch eine Entscheidung überschattete jeden Ratschluss der Grafen. Seine Hochwürde wünschte als bald nach Elenvina zu reisen und es persönlich seine Hoheit zu übergeben.
Dies führte zu einigem Missmut, vor allem bei Gräfing Calderine von Hardenfels zu Albenhus. Hatte die Gräfin seine Hochwürden noch vor wenigen Tagen als Vertrauten gesehen, ihn persönlich als Berater zum Grafentag geladen, weigerte er sich nun auf ihre Bitten ihr die Übergabe des Siegels zu überlassen, da in ihrer Grafschaft gefunden. Noch wollte seine Hochwürden eine Aufschiebung der Reise nach Elenvina hinnehmen und so der Gräfin die Möglichkeit geben für nötigen Schutz und eine angemessene Eskorte zu sorgen, so selbst im rechten Licht stehen zu können.

Aber auch andere Stimmen wurden laut. So war es insbesondere dem ehrenwerter Magister Erkomir fa Shantalla und der Magistra Circe ter Greven ein besonderes Anliegen einen Weg zu finden, um dem ruhelosen Geist der Knappin Leugunde von Bilgraten zur Ruhe zu verhelfen. Ein schwieriges Anliegen, denn vermochte es ein Geweihter der Boronkirche nicht diesen zu seinem Herrn zu senden, bestünde nur der Weg über Arivor und der Erfüllung der Aufgabe der Knappin.
Auch der Rat des Graf von Gratenfels (Anm. kleine Korrektur zu den tatsächlich Begebenheiten) empfahl zunächst die ruhelose Seele zu erretten und das Siegel in kundigere Hände zu legen, in dem Fall vorübergehend der Boronkirche, da es für das Reich nunmehr keine Bedeutung habe. Falls notwendig sollte dabei auf die Hilfe des Grafen von Ask zurück gegriffen werden. Des Weiteren sollte der weitere Verbleib des Siegels auf Basis des geltenden Rechts geklärt werden, wobei Elenvina als Entscheidungsort angebracht erschien.
Der Graf des Isenhag und der Vertreter des Grafen der Elenviner Mark sahen ebenfalls Elenvina als angemessenes Ziel an. Der Graf von Ferdok bot sich sogar als Geleit für seine Hochwürden an, würde dieser auf seinen Standpunkt beharren, dass Siegel nicht an weltliche Zuständigkeiten abgeben und eine angemessene Bedenkung Seitens der Gräfin von Albenhus nicht abwarten zu wollen.

[NKK 2009] [Bilder 2009]